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Gute Nachricht Bibel

Der Moabiterkönig Balak sucht Hilfe beim Magier Bileam (Kapitel 22–24)

1 Das Volk Israel zog wieder südwärts und schlug im moabitischen Steppengebiet, in der Jordanebene gegenüber von Jericho, sein Lager auf.
2 Der König der Moabiter, Balak, der Sohn Zippors, wusste genau, was für eine Niederlage die Israeliten seinen Nachbarn, den Amoritern, bereitet hatten.
3 Als er und sein Volk die Menge der Israeliten sahen, erschraken sie und verloren allen Mut.
4 Sie ließen den Sippenältesten der Midianiter1 sagen: »Diese Riesenmenge wird rings um uns das ganze Land in Besitz nehmen. Sie sind wie eine Rinderherde, die noch den letzten Grashalm abfrisst.«
5 König Balak schickte Boten in die Stadt Petor am Eufrat,2 um Bileam, den Sohn Beors, zu Hilfe zu rufen. Er ließ ihm sagen: »Ein großes Volk bedroht mich! Sie sind aus Ägypten gekommen und haben sich hier niedergelassen; direkt an meiner Grenze haben sie ein riesiges Lager aufgeschlagen.
6 Ich kann nicht mit ihnen fertig werden; deshalb komm bitte und hilf mir! Wenn du einen Fluch gegen sie aussprichst, wird es mir vielleicht gelingen, sie zu besiegen und zu vertreiben. Ich weiß, was dein Wort bewirken kann. Wen du segnest, dem muss alles glücken, und wen du verfluchst, der rennt in sein Verderben.«
7 Die Ältesten der Moabiter und der Midianiter gingen zu Bileam und nahmen den Lohn für seine Dienste gleich mit. Sie richteten ihm die Botschaft Balaks aus.
8 Bileam antwortete ihnen: »Bleibt die Nacht über hier! Morgen kann ich euch sagen, welche Anweisung der Herr mir gegeben hat.« So blieben die Abgesandten der Moabiter bei Bileam.

Ein Magier, der auf Gott hört

9 In der Nacht kam Gott zu Bileam und fragte: »Was für Männer hast du da bei dir zu Gast?«
10 Bileam antwortete: »Der Moabiterkönig Balak, der Sohn Zippors, hat sie zu mir geschickt.
11 Das Volk, das aus Ägypten gekommen ist, macht ihm Angst. Nun soll ich hingehen und es mit einem Fluch belegen, damit er es vertreiben kann.«
12 Gott aber sagte zu Bileam: »Geh nicht mit ihnen! Du darfst dieses Volk nicht verfluchen, denn ich habe es gesegnet.«
13 Am Morgen sagte Bileam zu den Abgesandten des Königs: »Ihr müsst allein heimkehren. Der Herr hat mir verboten, mit euch zu gehen.«
14 Die Abgesandten kehrten zu Balak zurück und berichteten ihm das.
15 Da schickte Balak eine noch größere Gesandtschaft und wählte dafür noch angesehenere Männer aus.
16 Sie kamen zu Bileam und richteten ihm aus: »Balak, der Sohn Zippors, lässt dir sagen: ›Nichts darf dich abhalten zu kommen!
17 Ich werde dich reich belohnen und alles tun, was du von mir verlangst. Tu mir nur den einen Gefallen und verfluche dieses Volk!‹«
18 Bileam antwortete ihnen: »Balak mag mir alles Silber und Gold geben, das er besitzt – gegen den Befehl des Herrn, meines Gottes, kann ich auch nicht den kleinsten Schritt tun.
19 Aber bleibt auch ihr die Nacht über bei mir zu Gast. Ich will sehen, was der Herr mir diesmal sagt.«
20 In der Nacht kam Gott und sagte zu Bileam: »Wenn die Männer gekommen sind und dich holen wollen, dann geh ruhig mit ihnen; aber tu nur das, was ich dir sagen werde.«

Die hellsichtige Eselin – Bileam wird gewarnt

21 Am Morgen sattelte Bileam seine Eselin und machte sich mit den Abgesandten der Moabiter auf den Weg.
22 Darüber wurde Gott zornig. Während Bileam mit seinen beiden Dienern dahinritt, stellte sich ihm der Engel des Herrn in den Weg.3
23 Die Eselin sah den Engel mit dem gezogenen Schwert dastehen und wich ihm aus. Sie ging vom Weg ab ins Feld hinein. Bileam schlug sie und trieb sie wieder auf den Weg zurück.
24 Da stellte sich der Engel an eine Stelle, wo der Weg rechts und links von Weinbergmauern begrenzt war.
25 Die Eselin sah den Engel und suchte ihm auszuweichen; sie drückte sich an die Mauer. Bileams Fuß wurde eingequetscht und wieder schlug er sie.
26 Der Engel ging nochmals ein Stück weiter und suchte eine Stelle, wo es keine Möglichkeit zum Ausweichen gab, weder rechts noch links.
27 Als die Eselin ihn sah, ging sie in die Knie und legte sich auf die Erde. Bileam wurde vom Zorn gepackt und er schlug mit dem Stock auf sie ein.
28 Da gab der Herr der Eselin die Fähigkeit zu sprechen und sie sagte zu Bileam: »Du hast mich jetzt schon dreimal geschlagen. Was habe ich dir denn getan?«
29 »Zum Narren hältst du mich!«, schrie Bileam. »Wenn ich ein Schwert hätte, wäre es schon längst um dich geschehen.«
30 Die Eselin sagte: »Schon so lange reitest du nun auf mir und kennst mich genau. Warst du bisher jemals unzufrieden mit mir?« »Nein, nie«, antwortete Bileam.
31 Da öffnete der Herr ihm die Augen und er sah den Engel mit dem Schwert mitten auf dem Weg stehen. Bileam warf sich vor ihm nieder, das Gesicht zur Erde.
32 »Warum hast du deine Eselin nun schon dreimal geschlagen?«, fragte ihn der Engel des Herrn. »Ich selbst habe mich dir entgegengestellt, weil du auf einem verkehrten Weg bist.
33 Aber deine Eselin hat mich gesehen und ist dreimal vor mir ausgewichen. Du verdankst ihr dein Leben, denn wenn du weitergeritten wärst, hätte ich dich getötet; nur sie hätte ich verschont.«
34 »Ich habe Unrecht getan«, sagte Bileam. »Ich habe nicht gewusst, dass du dich mir in den Weg gestellt hattest. Ich werde sofort umkehren, wenn du mit dieser Reise nicht einverstanden bist.«
35 »Geh ruhig mit diesen Männern«, sagte der Engel des Herrn. »Aber du darfst nur sagen, was ich dir auftrage.« So folgte Bileam weiter den Abgesandten des Königs.

Bileam muss Israel segnen

36 Als Balak hörte, dass Bileam zu ihm unterwegs war, ging er ihm bis zur Grenzstadt Moabs am Arnonfluss entgegen.
37 »Warum bist du nicht gleich gekommen?«, fragte er ihn. »Ich habe doch so dringend nach dir geschickt. Meinst du vielleicht, ich könnte dich nicht angemessen belohnen?«
38 »Jetzt bin ich ja hier!«, erwiderte Bileam. »Aber ich weiß nicht, ob ich deinen Wunsch erfüllen kann. Ich kann nur sagen, was Gott mir zu sagen befiehlt.«
39 Bileam folgte Balak nach Kirjat-Huzot.
40 Dort schlachtete der König Rinder, Schafe und Ziegen für ein Opfermahl und ließ einen Anteil davon zu Bileam und den moabitischen Abgesandten bringen.
41 Am anderen Morgen ging Balak mit Bileam auf die Baalshöhen; von dort konnte er den Rand des israelitischen Lagers sehen.
1 Die Beziehung, in der die Moabiter zu den Midianitern stehen (auch Vers 7), ist nicht ganz deutlich, zumal die Midianiter (siehe ) als Wüstenbewohner vom Einfall der Israeliten nicht bedroht sind. (Beide treten aber auch in Num 25 nebeneinander auf).
2 Es folgt noch ins Land der Söhne seines Volkes, was nicht sicher zu deuten ist.
3 Hier sieht es so aus, als habe sich Bileam doch eigenmächtig auf den Weg gemacht.
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