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Elberfelder Bibel

Gegen die Führer des Volkes Juda

1 Wehe der Widerspenstigen und Befleckten, der gewalttätigen Stadt!
2 Sie hat auf keine Stimme gehört, keine Zurechtweisung angenommen; auf den HERRN hat sie nicht vertraut, ihrem Gott hat sie sich nicht genaht.
3 Ihre Obersten in ihrer Mitte sind brüllende Löwen, ihre Richter sind Wölfe am Abend, die nichts für den Morgen übrig lassen.
4 Ihre Propheten sind leichtfertig, treulose Männer; ihre Priester entweihen das Heiligtum, tun dem Gesetz1 Gewalt an.
5 Der HERR ist gerecht in ihrer Mitte, er tut kein Unrecht; Morgen für Morgen stellt er sein Recht ans Licht2, es bleibt nicht aus. Aber der Ungerechte kennt keine Scham.

Juda ist durch das Schicksal der Völker nicht klüger geworden

6 Ich habe Nationen ausgerottet, ihre Zinnen sind verödet; ich habe ihre Straßen verwüstet, so dass niemand hindurchzieht; ihre Städte sind verheert, so dass niemand da ist, kein Bewohner mehr.
7 Ich sprach: Gewiss wirst du mich fürchten, wirst Zurechtweisung annehmen! Und ihre Wohnung würde nicht ausgerottet werden - alles, was ich über sie verhängt habe3. Jedoch sie gingen nur noch früher daran, verschlimmerten alle ihre Taten.

Endzeitliches Heil für die Völker und Juda

8 Darum wartet auf mich, spricht der HERR4, auf den Tag, an dem ich mich aufmache zur Beute5! Denn mein Rechtsspruch ist es, die Nationen zu versammeln, die Königreiche zusammenzubringen, um mein Strafgericht6 über sie auszugießen, die ganze Glut meines Zorns, denn durch das Feuer meines Eifers wird die ganze Erde verzehrt werden.
9 Dann aber werde ich den Völkern andere, reine Lippen geben, damit sie alle den Namen des HERRN anrufen und ihm einmütig7 dienen.
10 Von jenseits der Ströme Kusch werden sie mir meine Anbeter, meine zerstreute Schar8, als Opfergabe darbringen.
11 An jenem Tag brauchst du dich nicht mehr all deiner Taten zu schämen, durch die du den Bruch mit mir vollzogen hast. Denn dann werde ich deine hochmütigen Prahler aus deiner Mitte wegnehmen, und du wirst künftig nicht mehr überheblich sein auf meinem heiligen Berg.
12 Und ich werde in deiner Mitte ein demütiges9 und geringes Volk übrig lassen, und sie werden beim Namen des HERRN Zuflucht suchen.
13 Der Rest Israels wird kein Unrecht tun und keine Lüge reden, und in ihrem Mund wird keine trügerische Zunge gefunden werden, sondern sie werden weiden und lagern, und niemand wird sie aufschrecken.
14 Juble, Tochter Zion, jauchze, Israel! Freue dich und frohlocke von ganzem Herzen, Tochter Jerusalem!
15 Der HERR hat deine Strafgerichte weggenommen, deinen Feind weggefegt. Der König Israels, der HERR, ist in deiner Mitte, du wirst kein Unglück mehr sehen.
16 An jenem Tag wird in Jerusalem gesagt werden: Fürchte dich nicht, Zion, lass deine Hände nicht erschlaffen!
17 Der HERR, dein Gott, ist in deiner Mitte, ein Held, der rettet; er freut sich über dich in Fröhlichkeit, er schweigt in seiner Liebe, er jauchzt über dich mit Jubel.
18 Die fern von der Festversammlung Trauernden sammle ich - sie sind ja von dir10 -, um meinetwillen tragen sie Schmach11.
19 Siehe, zu jener Zeit werde ich an denen handeln, die dich unterdrücken. Ich werde das Hinkende retten und das Vertriebene werde ich zusammenbringen. Und ich werde sie zum Lobpreis und zum Namen machen in jedem Land ihrer Schande.
20 In jener Zeit werde ich euch herbeiholen und zu jener Zeit euch sammeln. Denn ich werde euch zum Namen und zum Lobpreis machen unter allen Völkern der Erde, wenn ich euer Geschick vor euren Augen wenden werde, spricht der HERR.
1 o. der Weisung
2 LXX: gibt er sein Reich als Licht
3 LXX: Und es würde ihr nichts aus den Augen schwinden, alles, was ich ihr anbefohlen habe.
4 w. ist der Ausspruch des HERRN
5 LXX: an dem ich mich als Zeuge (Ankläger) erhebe
6 w. meine Verwünschung
7 w. mit einer Schulter, o. Schulter an Schulter
8 w. die Tochter meiner Zerstreuten
9 o. elendes
10 o. mit Textkorr.: sammle ich weg von denen, die sie schlagen
11 T.; der Mas. T. ist hier kaum verständlich
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