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Elberfelder Bibel

1 Rühme dich nicht des morgigen Tages! Denn du weißt nicht, was ein Tag gebiert.
2 Es rühme dich ein anderer und nicht dein eigener Mund, ein Fremder und nicht deine Lippen!
3 Schwer ist der Stein, und eine Last ist der Sand, aber der Ärger über1 einen Narren ist schwerer als beide.
4 Grausam ist der Grimm und überflutend der Zorn. Wer aber kann bestehen vor der Eifersucht?
5 Besser offene Rüge als verborgen gehaltene Liebe.
6 Treu gemeint sind die Schläge2 dessen, der liebt, aber überreichlich3 die Küsse des Hassers.
7 Der Satte4 tritt Honig mit Füßen; aber dem Hungrigen5 ist alles Bittere süß.
8 Wie ein Vogel, der fern von seinem Nest schweift, so ist ein Mann, der fern von seinem Wohnort schweift.
9 Öl und Räucherwerk erfreuen das Herz, und die Süße eines6 Freundes kommt aus dem Rat der Seele7.
10 Deinen Freund und deines Vaters Freund lass nicht fahren und geh nicht in deines Bruders Haus am Tag deiner Not! Besser ein naher Nachbar als ein ferner Bruder.
11 Sei weise, mein Sohn, und erfreue mein Herz, damit ich meinem Schmäher Antwort geben kann!
12 Der Kluge sieht das Unglück und verbirgt sich; die Einfältigen8 gehen weiter und müssen büßen.
13 Nimm ihm das Gewand, denn er hat für einen anderen gebürgt, und anstelle der Ausländerin9 pfände ihn!
14 Da ist einer, der wünscht - am Morgen früh aufgestanden - seinem Nächsten mit lauter Stimme Glück10, aber als Verwünschung wird es ihm angerechnet.
15 Ein tropfendes Dach, das einen vertreibt11 am Tag des Regengusses, und eine zänkische Frau gleichen sich.
16 Wer sie zurückhalten will, hält Wind zurück, und seine Rechte greift nach Öl12.
17 Eisen wird durch Eisen geschärft, und ein Mann schärft das Angesicht seines Nächsten13.
18 Wer den Feigenbaum hütet, wird seine Frucht essen; und wer über seinen Herrn wacht, wird geehrt werden.
19 Wie im Wasser das Gesicht dem Gesicht entspricht, so das Herz des Menschen dem Menschen.14
20 Scheol und Abgrund15 werden nicht satt, und die Augen des Menschen werden nicht satt.
21 Der Schmelztiegel für das Silber und der Ofen für das Gold, und ein Mann wird beurteilt nach seinem Ruf16.
22 Zerstießest du den Narren mit dem Stößel im Mörser mitten unter den Sandkörnern17, so würde seine Narrheit doch nicht von ihm weichen.
23 Kümmere dich sorgfältig um das Aussehen deiner Schafe, richte deine Aufmerksamkeit18 auf die Herden!
24 Denn nicht ewig reicht der Vorrat. Und währt etwa eine Krone von Generation zu Generation?19
25 Ist das Heu geerntet20 und erscheint frisches Gras und sind eingesammelt die Kräuter der Berge,
26 dann gibt es Lämmer zu deiner Bekleidung und Böcke als Kaufpreis für ein Feld;
27 und genug Ziegenmilch ist da zu deiner Nahrung, zur Nahrung deines Hauses, und Lebensunterhalt für deine Mägde.
1 o. die Kränkung durch
2 w. die durch Schläge zugefügten Wunden
3 Wortbedeutung unsicher; andere üs.: trügerisch; andere mit Textänderung: wie Messer
4 w. Die satte Seele
5 w. der hungrigen Seele
6 w. seines
7 Andere üs. mit Textänderung: aber von Betrübnis zerreißt sich die Seele
8 o. Unerfahrenen; o. Unverständigen
9 o. wegen der fremden Sache
10 o. der entbietet . . . seinem Nächsten . . . den Friedensgruß
11 o. Eine ständig tropfende Dachtraufe
12 w. und Öl begegnet seiner Rechten
13 so mit Vulg. und der aram. Üs.; Mas. T.: Eisen zusammen mit Eisen und ein Mann zusammen mit seinem Nächsten
14 o. Wie sich im Wasser das Gesicht spiegelt, so das Herz eines Menschen in dem des anderen.
15 d. i. der Ort des Untergangs, der Aufenthaltsort der Toten
16 o. von dem, der ihn lobt
17 T.; Mas. T.: unter der Grütze; Wortbedeutung unsicher
18 w. dein Herz
19 Andere üs. mit Textänderung: Und auch Reichtum währt nicht von Generation zu Generation.
20 w. verschwunden
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