3Du hast mein Herz geprüft, hast mich des Nachts durchforscht; du hast mich geläutert - nichts findest du. Ich habe überlegt2: nichts wird meinem Mund entschlüpfen.
4Beim Treiben der Menschen habe ich mich nach dem Wort deiner Lippen gehütet vor den Wegen des Gewalttätigen.
5Meine Schritte hielten sich in deinen Spuren, meine Tritte haben nicht gewankt.
6Ich rufe dich an, denn du erhörst mich, Gott. Neige dein Ohr zu mir, höre meine Rede!
7Erweise wunderbar deine Gnade3, du Retter derer, die sich bergen vor den Empörern bei deiner Rechten4.
8Bewahre mich wie den Augapfel5, birg mich im Schatten deiner Flügel
9vor den Gottlosen, die mich zerstören, meinen Todfeinden, die mich umzingeln.
10Mit ihrem Fett6 verschließen sie sich, mit ihrem Mund reden sie aus Anmaßung.
11Unsere Schritte - jetzt haben sie uns umringt7; sie richten ihre Augen darauf, uns zu Boden zu strecken.
12Er ist gleich einem Löwen, gierig nach Raub, und wie ein Junglöwe, der im Versteck sitzt.
13Steh auf, HERR, tritt ihm entgegen, wirf ihn nieder! Rette meine Seele vor dem Gottlosen durch dein Schwert,
14vor den Leuten durch deine Hand, HERR, vor den Leuten, deren Teil im Leben von dieser Welt ist! Was du zugedacht hast8 - damit füllst du9 ihren Bauch, dass noch ihre Söhne davon satt werden und ihren Kindern den Rest hinterlassen.
15Ich aber, ich werde dein Angesicht schauen in Gerechtigkeit, werde gesättigt werden, wenn ich erwache, mit deinem Bild.
1 o. Hinterlist
2 bei Änderung der Vokalisierung: nicht findest du eine Schandtat an mir
3 eigentlich Mehrzahl, etwa: die Beweise deiner Gnade (= Gemeinschaftstreue)
4 o. gegen deine Rechte
5 w. wie die Pupille
6 Fett bedeckt die inneren Organe, mit denen die Empfindungen des Erbarmens und Mitgefühls in Verbindung gebracht werden.
7 Andere übersetzen mit Textkorr.: Sie spähen mir nach, jetzt haben sie mich umringt