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Elberfelder Bibel

Schuld und Strafe Ninives

1 Wehe der Blutstadt1! Ganz erfüllt mit Lüge und Gewalttat! Das Rauben hört nicht auf. -
2 Peitschenknall und lautes Rädergerassel! Jagende Pferde und springende Wagen,
3 wilde2 Reiter, flammendes Schwert und blitzender Speer! Eine Menge von Erschlagenen3, Haufen von Toten und Leichen ohne Ende! Man stolpert über ihre Leichen.
4 All das wegen der vielen Hurereien der anmutigen Hure4, der Zauberkünstlerin5, die Völker verkaufte6 mit ihren Hurereien und Sippen mit ihren Zauberkünsten.
5 Siehe, ich will an dich!, spricht der HERR7 der Heerscharen. Ich werde deine Säume8 aufdecken bis über dein Gesicht und werde die Nationen deine Blöße sehen lassen und die Königreiche deine Schande.
6 Ich werde Abscheuliches auf dich werfen, dich verächtlich behandeln und dich zur Schau stellen.
7 Und es wird geschehen, jeder, der dich sieht, wird von dir wegfliehen und wird sagen: Ninive ist verwüstet! Wer wird ihr Teilnahme bekunden9? Woher soll ich dir Tröster suchen?
8 Bist du besser als No-Amon10, das an den Strömen11 lag, von Wasser umgeben? Das Meer12 war sein Bollwerk, aus Meer bestand13 seine Mauer.
9 Kusch war seine Stärke und Ägypter in zahlloser Menge, Put und die Libyer waren seine14 Hilfe.
10 Auch diese Stadt ist in die Verbannung, in die Gefangenschaft gezogen. Auch seine Kinder wurden an allen Straßenecken zerschmettert. Und über ihre Vornehmen warf man das Los, und all seine Großen wurden mit Ketten gefesselt.
11 Auch du wirst trunken werden, wirst umnachtet15 sein; auch du wirst Zuflucht suchen vor dem Feind.
12 Alle deine Festungen sind Feigenbäume mit Frühfeigen: Wenn sie geschüttelt werden, fallen sie dem Esser in den Mund.
13 Siehe, dein Kriegsvolk - Weiber sind sie in deiner Mitte! Für deine Feinde sind die Tore deines Landes weit geöffnet, Feuer verzehrt deine Riegel.
14 Schöpfe dir Wasser für die Belagerung, verstärke deine Festungswerke, tritt den Ton und stampfe den Lehm, greif zur Ziegelform!
15 Dabei wird das Feuer dich verzehren, das Schwert dich ausrotten, dich verzehren wie der Abfresser16. Vermehre dich ruhig wie der Abfresser, vermehre dich wie die Heuschrecke!
16 Du hast deine Kaufleute zahlreicher werden lassen als die Sterne des Himmels; der Abfresser17 schlüpft aus und fliegt davon.
17 Deine Höflinge sind wie die Heuschrecken und deine Beamten18 wie Heuschreckenschwärme, die sich an den Mauern niederlassen am Tag des Frostes. Geht die Sonne auf, so entfliehen sie, und man kennt ihren Ort nicht19. Wo sind sie?
18 Deine Hirten schlummern20, König von Assur. Deine Mächtigen liegen da. Dein Volk ist auf den Bergen zerstreut, und niemand sammelt es.
19 Keine Heilung21 für deinen Bruch! Dein Schlag ist tödlich22! Alle, die die Nachricht von dir hören, klatschen über dich in die Hände. Denn über wen ist deine Bosheit nicht ständig ergangen?
1 o. Stadt der Bluttaten
2 w. aufsteigen machende
3 o. Durchbohrten
4 w. der Hure der schönen Anmut
5 w. Herrin der Zauberkünste
6 Andere üs.: umgarnte
7 w. ist der Ausspruch des HERRN
8 o. Schleppen
9 w. den Kopf schütteln; d. i. eine Geste der Teilnahme
10 d. i. Theben
11 d. i. der Nil mit seinen Armen und seinem Kanalsystem
12 d. i. der Nil; vgl. Jes 19,5
13 Andere lesen: Wasser war
14 so mit LXX; Mas. T.: deine
15 w. verborgen. - Andere üs.: ohnmächtig
16 hebr. jäläq; d. i. eine kriechende, noch ungeflügelte Heuschrecke
17 hebr. jäläq; d. i. eine kriechende, noch ungeflügelte Heuschrecke
18 o. Schreiber; d. i. ein assyr. Beamtentitel
19 w. so entflieht er, und man kennt seinen Ort nicht
20 o. sind schläfrig
21 so mit LXX; die Bedeutung des hebr. Wortes ist unbekannt
22 o. unheilbar
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