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Elberfelder Bibel

Gleichnis vom Sämann

1 An jenem Tag aber ging Jesus aus dem Haus hinaus und setzte sich an den See.
2 Und es versammelten sich große Volksmengen um ihn, so dass er in ein Boot stieg und sich setzte; und die ganze Volksmenge stand am Ufer.
3 Und er redete vieles in Gleichnissen zu ihnen und sprach: Siehe, der Sämann ging hinaus zu säen;
4 und indem er säte, fiel einiges an den Weg, und die Vögel kamen und fraßen es auf.
5 Anderes aber fiel auf das Steinige, wo es nicht viel Erde hatte; und sogleich ging es auf, weil es nicht tiefe Erde hatte.
6 Als aber die Sonne aufging, wurde es verbrannt, und weil es keine Wurzel hatte, verdorrte es.
7 Anderes aber fiel unter die Dornen; und die Dornen sprossen auf und erstickten es.
8 Anderes aber fiel auf die gute Erde und gab Frucht: das eine hundert-, das andere sechzig-, das andere dreißigfach.
9 Wer Ohren hat, der höre!
10 Und die Jünger traten hinzu und sprachen zu ihm: Warum redest du in Gleichnissen zu ihnen?
11 Er aber antwortete und sprach zu ihnen: Weil euch gegeben ist, die Geheimnisse des Reiches1 der Himmel zu wissen, jenen aber ist es nicht gegeben;
12 denn wer hat, dem wird gegeben und überreichlich gewährt werden; wer aber nicht hat, von dem wird selbst, was er hat, genommen werden.
13 Darum rede ich in Gleichnissen zu ihnen, weil sie sehend nicht sehen und hörend nicht hören noch verstehen;
14 und es wird an ihnen die Weissagung Jesajas erfüllt, die lautet: "Mit Gehör werdet ihr hören und doch nicht verstehen, und sehend werdet ihr sehen und doch nicht wahrnehmen;
15 denn das Herz dieses Volkes ist dick geworden, und mit den Ohren haben sie schwer gehört, und ihre Augen haben sie geschlossen, damit sie nicht etwa mit den Augen sehen und mit den Ohren hören und mit dem Herzen verstehen und sich bekehren und ich sie heile."
16 Glückselig aber eure Augen, dass sie sehen, und eure Ohren, dass sie hören;
17 denn wahrlich, ich sage euch: Viele Propheten und Gerechte haben begehrt zu sehen, was ihr anschaut, und haben es nicht gesehen; und zu hören, was ihr hört, und haben es nicht gehört.
18 Hört nun ihr das Gleichnis vom Sämann:
19 Sooft jemand das Wort vom Reich2 hört und nicht versteht, kommt der Böse und reißt weg, was in sein Herz gesät war; dieser ist es, bei dem an den Weg gesät ist.
20 Bei dem3 aber auf das Steinige gesät ist, dieser ist es, der das Wort hört und es sogleich mit Freuden aufnimmt;
21 er hat aber keine Wurzel in sich, sondern ist nur ein Mensch des Augenblicks; und wenn Bedrängnis entsteht oder Verfolgung um des Wortes willen, nimmt er sogleich Anstoß4.
22 Bei dem5 aber unter die Dornen gesät ist, dieser ist es, der das Wort hört, und die Sorge der Zeit6 und der Betrug des Reichtums ersticken das Wort, und er bringt keine Frucht.
23 Bei dem7 aber auf die gute Erde gesät ist, dieser ist es, der das Wort hört und versteht, der wirklich Frucht bringt; und der eine trägt hundert-, der andere sechzig-, der andere dreißigfach.

Gleichnis vom Unkraut des Ackers

24 Ein anderes Gleichnis legte er ihnen vor und sprach: Mit dem Reich8 der Himmel ist es wie9 mit einem Menschen, der guten Samen auf seinen Acker säte.
25 Während aber die Menschen schliefen, kam sein Feind und säte Unkraut10 mitten unter den Weizen und ging weg.
26 Als aber die Saat aufsprosste und Frucht brachte, da erschien auch das Unkraut.
27 Es kamen aber die Knechte11 des Hausherrn hinzu und sprachen zu ihm: Herr, hast du nicht guten Samen auf deinen Acker gesät? Woher hat er denn Unkraut?
28 Er aber sprach zu ihnen: Ein feindseliger Mensch hat dies getan. Die Knechte aber sagen zu ihm: Willst du denn, dass wir hingehen und es zusammenlesen?
29 Er aber spricht: Nein, damit ihr nicht etwa beim Zusammenlesen des Unkrauts gleichzeitig mit ihm den Weizen ausreißt.
30 Lasst beides zusammen wachsen bis zur Ernte, und zur Zeit der Ernte werde ich den Schnittern sagen: Lest zuerst das Unkraut zusammen, und bindet es in Bündel, um es zu verbrennen; den Weizen aber sammelt in meine Scheune!

Gleichnis vom Senfkorn und Sauerteig

31 Ein anderes Gleichnis legte er ihnen vor und sprach: Das Reich12 der Himmel gleicht einem Senfkorn, das ein Mensch nahm und auf seinen Acker säte;
32 es ist zwar kleiner als alle Arten von Samen, wenn es aber gewachsen ist, so ist es größer als die Kräuter und wird ein Baum, so dass die Vögel des Himmels kommen und in seinen Zweigen nisten.
33 Ein anderes Gleichnis redete er zu ihnen: Das Reich13 der Himmel gleicht einem Sauerteig, den eine Frau nahm und unter drei Maß14 Mehl mengte, bis es ganz durchsäuert war.
34 Dies alles redete Jesus in Gleichnissen zu den Volksmengen, und ohne Gleichnis redete er nichts zu ihnen,
35 damit erfüllt würde, was durch den Propheten geredet ist, der spricht: "Ich werde meinen Mund öffnen in Gleichnissen; ich werde aussprechen, was von Grundlegung der Welt an verborgen war."

Deutung des Gleichnisses vom Unkraut des Ackers

36 Dann entließ er die Volksmengen und kam in das Haus; und seine Jünger traten zu ihm und sprachen: Deute uns das Gleichnis vom Unkraut des Ackers!
37 Er aber antwortete und sprach: Der den guten Samen sät, ist der Sohn des Menschen,
38 der Acker aber ist die Welt; der gute Same aber sind die Söhne des Reiches15, das Unkraut aber sind die Söhne des Bösen;
39 der Feind aber, der es gesät hat, ist der Teufel; die Ernte aber ist die Vollendung des Zeitalters16, die Schnitter aber sind Engel.
40 Wie nun das Unkraut zusammengelesen und im Feuer verbrannt wird, so wird es in der Vollendung des Zeitalters17 sein.
41 Der Sohn des Menschen wird seine Engel aussenden, und sie werden aus seinem Reich18 alle Ärgernisse19 zusammenlesen und die, die Gesetzloses tun20,
42 und sie werden sie in den Feuerofen werfen; da wird das Weinen und das Zähneknirschen sein.
43 Dann werden die Gerechten leuchten wie die Sonne in dem Reich21 ihres Vaters. Wer Ohren hat, der höre!

Gleichnisse vom Schatz im Acker, von der kostbaren Perle und vom Fischnetz

44 Das Reich22 der Himmel gleicht einem im Acker verborgenen Schatz, den ein Mensch fand und verbarg; und vor Freude darüber geht er hin und verkauft alles, was er hat, und kauft jenen Acker.
45 Wiederum gleicht das Reich23 der Himmel einem Kaufmann, der schöne Perlen suchte;
46 als er aber eine sehr kostbare Perle gefunden hatte, ging er hin und verkaufte alles, was er hatte, und kaufte sie.
47 Wiederum gleicht das Reich24 der Himmel einem Netz, das ins Meer geworfen wurde und Fische von jeder Art zusammenbrachte,
48 das sie dann, als es voll war, ans Ufer heraufzogen; und sie setzten sich nieder und lasen die guten in Gefäße zusammen, aber die faulen warfen sie hinaus.
49 So wird es in der Vollendung des Zeitalters25 sein: Die Engel werden hinausgehen und die Bösen aus der Mitte der Gerechten aussondern
50 und sie in den Feuerofen werfen; da wird das Weinen und das Zähneknirschen sein.
51 Habt ihr dies alles verstanden? Sie sagen zu ihm: Ja.
52 Er aber sprach zu ihnen: Darum ist jeder Schriftgelehrte, der ein Jünger des Reichs26 der Himmel geworden ist, gleich einem Hausherrn, der aus seinem Schatz Neues und Altes hervorbringt.

Unglauben in Nazareth

53 Und es geschah, als Jesus diese Gleichnisse vollendet hatte, ging er von dort weg.
54 Und er kam in seine Vaterstadt und lehrte sie in ihrer Synagoge, so dass sie sehr erstaunten und sprachen: Woher hat er diese Weisheit und die Wunderwerke27?
55 Ist er nicht der Sohn des Zimmermanns? Heißt nicht seine Mutter Maria und seine Brüder Jakobus und Josef und Simon und Judas?
56 Und seine Schwestern, sind sie nicht alle bei uns? Woher hat er nun dies alles?
57 Und sie ärgerten28 sich an ihm. Jesus aber sprach zu ihnen: Ein Prophet ist nicht ohne Ehre, außer in seiner Vaterstadt und in seinem Haus.
58 Und er tat dort nicht viele Wunderwerke29 wegen ihres Unglaubens.
1 o. der Königsherrschaft
2 o. von der Königsherrschaft
3 w. Wer
4 o. lässt er sich sogleich zur Sünde verleiten; o. ärgert er sich sogleich
5 w. Wer
6 o. dieses Zeitalters; o. dieser Welt; griech. Äon
7 w. Wer
8 o. der/die Königsherrschaft
9 w. Das Reich der Himmel ist verglichen worden (o. zu vergleichen)
10 w. Lolch; d. i. ein dem Weizen ähnliches Unkraut; so auch V. 26 usw.
11 w. Sklaven; so auch V. 28
12 o. der/die Königsherrschaft
13 o. der/die Königsherrschaft
14 w. Saton; ein Hohlmaß von etwa 13 l
15 o. der/die Königsherrschaft
16 griech. Äon
17 griech. Äon
18 o. der/die Königsherrschaft
19 o. alle Anlässe zur Sünde; o. alles Anstößige; vielleicht ist gemeint: alle, die andere zur Sünde verführt haben
20 w. die, die die Gesetzlosigkeit tun
21 o. der/die Königsherrschaft
22 o. der/die Königsherrschaft
23 o. der/die Königsherrschaft
24 o. der/die Königsherrschaft
25 griech. Äon
26 o. von der Königsherrschaft
27 o. Machttaten; griech. dynamis
28 Das griech. Wort bedeutet auch: Anstoß nehmen, zu Fall kommen, zur Sünde verleitet werden.
29 o. Machttaten; griech. dynamis
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