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Elberfelder Bibel

1 Der Gerechte kommt um, aber es gibt keinen, der es zu Herzen nimmt. Und die treuen Männer1 werden hinweggerafft, ohne dass jemand es beachtet. Ja, vor der Bosheit wird der Gerechte hinweggerafft;
2 er geht ein zum Frieden. Sie ruhen auf ihren Lagerstätten, jeder, der seinen geraden Weg geht.
3 Ihr aber, tretet hierher, Kinder der Zauberin, Brut des Ehebrechers und der Hure!
4 Über wen macht ihr euch lustig? Über wen reißt ihr das Maul auf und streckt die Zunge heraus? Seid ihr nicht Kinder des Verbrechens, eine Brut der Lüge,
5 die ihr brünstig geworden seid bei den Terebinthen2, unter jedem grünen Baum, die ihr Kinder in den Tälern schlachtet unterhalb der Felsspalten?
6 An den glatten Steinen des Bachtales ist dein Teil. Sie, sie sind dein Los. Auch hast du ihnen Trankopfer ausgegossen, hast ihnen Speisopfer aufgetragen. Sollte ich mich dabei beruhigen?3
7 Auf einem hohen und erhabenen Berg schlugst du dein Lager auf. Auch stiegst du dort hinauf, um Schlachtopfer zu opfern4.
8 Und hinter die Tür und den Pfosten setztest du deine Zeichen der Erinnerung. Denn von mir abgewendet5 hast du dein Lager aufgedeckt, hast es bestiegen und breit gemacht, und du hast dir Hurenlohn von ihnen ausgehandelt6; du liebtest ihr Lager, sahst ihre Blöße7.
9 Du zogest mit Öl zum König8 und mehrtest deine wohlriechenden Salben. Du sandtest deine Boten in die Ferne und tief hinab bis zum Scheol.
10 Durch deinen weiten Weg bist du müde geworden, doch du sagtest nicht: Es ist umsonst! Du fandest Belebung deiner Kraft, darum bist du nicht schwach geworden.
11 Und wen hast du gescheut und gefürchtet, dass du gelogen hast und nicht an mich dachtest, es nicht zu Herzen nahmst? Habe ich nicht geschwiegen und meine Augen verhüllt9? Doch mich fürchtest du nicht.
12 Ich, ich werde deine Gerechtigkeit verkünden; und deine Machwerke, sie werden dir nichts nützen.
13 Wenn du um Hilfe schreist, sollen dich deine Götzenhaufen retten! Aber ein Wind wird sie allesamt entführen, ein Hauch sie hinwegnehmen. Wer aber bei mir seine Zuflucht sucht, wird das Land erben und meinen heiligen Berg in Besitz nehmen.

Friede den Bußfertigen, kein Friede den Unbußfertigen

14 Und er sagt: Macht Bahn, macht Bahn10! Bahnt11 einen Weg! Beseitigt jedes Hindernis aus dem Weg meines Volkes!
15 Denn so spricht der Hohe und Erhabene, der in Ewigkeit wohnt und dessen Name der Heilige ist: In der Höhe und im Heiligen12 wohne ich und bei dem, der zerschlagenen und gebeugten Geistes ist, um zu beleben den Geist der Gebeugten und zu beleben das Herz der Zerschlagenen.
16 Denn nicht ewig rechte ich, und nicht für immer zürne ich; denn ihr Lebenshauch würde vor mir13 verschmachten und die Menschenseelen14, die ich ja gemacht habe.
17 Wegen der Sünde seiner Habsucht15 zürnte ich und schlug es, indem ich mich verbarg und erzürnt war; doch es ging abtrünnig auf dem Weg seines Herzens.
18 Seine Wege habe ich gesehen und werde es heilen. Und ich werde es leiten und ihm Tröstungen gewähren und seinen Trauernden
19 die Frucht der Lippen schaffen. Friede, Friede den Fernen und den Nahen!, spricht der HERR. Ich will es heilen. -
20 Aber die Gottlosen sind wie das aufgewühlte Meer. Denn es kann nicht ruhig sein, und sein Wasser wühlt Kot und Schlamm auf.
21 Kein Friede den Gottlosen!, spricht mein Gott. -
1 w. Männer der Treue, o. Männer der Gnade
2 LXX: bei den Götzen
3 o. Sollte ich deshalb Mitleid haben? - Manche nehmen an, dieser Satz habe ursprünglich am Ende von V. 7 gestanden.
4 w. zu schlachten
5 w. von mir hinweg
6 so lautete der Text vielleicht ursprünglich; Mas. T.: abgeschnitten
7 w. sahst ihre Hand; d. i. ein verhüllender Ausdruck für das Geschlechtsteil
8 hebr. melech klingt an "Moloch" an
9 So lesen LXX und Vulg.; Mas. T.: und zwar von Ewigkeit her
10 w. Schüttet auf, schüttet auf; d. h. eine Straße
11 w. Räumt auf; d. h. durch Beseitigung der Hindernisse
12 w. und heilig
13 T.; Mas. T.: der Lebenshauch würde von mir weg
14 w. Lebensodem. - Das hebr. Wort steht in der Mehrzahl.
15 w. Wegen der Schuld, nämlich wegen seines ungerechten Gewinns
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