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Elberfelder Bibel

Erstes Lied: Der Knecht Gottes bringt Recht und Licht

1 Siehe, mein Knecht, den ich halte, mein Auserwählter, an dem meine Seele Wohlgefallen hat: Ich habe meinen Geist auf ihn gelegt, er wird das Recht zu den Nationen hinausbringen.
2 Er wird nicht schreien und die Stimme nicht erheben und seine Stimme nicht hören lassen auf der Straße.
3 Das geknickte Rohr wird er nicht zerbrechen, und den glimmenden1 Docht wird er nicht auslöschen. In Treue2 bringt er das Recht hinaus.
4 Er wird nicht verzagen3 noch zusammenbrechen4, bis er das Recht auf Erden aufgerichtet hat. Und die Inseln warten auf seine Weisung.
5 So spricht Gott, der HERR, der den Himmel schuf5 und ihn ausspannte, der die Erde ausbreitete und was ihr entsprosst, der dem Volk auf ihr den Atem gab6 und den Lebenshauch denen, die auf ihr gehen:
6 Ich, der HERR, ich habe dich in Gerechtigkeit gerufen und ergreife dich bei der Hand. Und ich behüte dich und mache dich7 zum Bund des Volkes8, zum Licht der Nationen,
7 blinde Augen aufzutun, um Gefangene aus dem Kerker herauszuführen und aus dem Gefängnis, die in der Finsternis sitzen.
8 Ich bin Jahwe, das ist mein Name. Und meine Ehre gebe ich keinem anderen noch meinen Ruhm den Götterbildern.
9 Das Frühere, siehe, es ist eingetroffen, und Neues verkündige ich. Bevor es aufsprosst, lasse ich es euch hören.

Gott kommt zur Rettung um seiner Gerechtigkeit willen

10 Singt dem HERRN ein neues Lied, seinen Ruhm vom Ende der Erde: Es brause das Meer9 und seine Fülle, die Inseln und ihre Bewohner!
11 Die Stimme sollen erheben die Steppe und ihre Städte, die Dörfer, die Kedar10 bewohnt! Jubeln sollen die Bewohner von Sela11, jauchzen vom Gipfel der Berge her!
12 Dem HERRN sollen sie Ehre geben und seinen Ruhm auf den Inseln verkündigen!
13 Der HERR zieht aus wie ein Held, wie ein Kriegsmann weckt er den Eifer. Er erhebt einen Schlachtruf, ja, ein gellendes Feldgeschrei, er beweist sich als Held gegen seine Feinde.
14 Seit ewigen Zeiten habe ich geschwiegen, war still, habe an mich gehalten. Wie eine Gebärende will ich nun stöhnen, schnauben und nach Luft schnappen zugleich.
15 Ich will Berge und Hügel ausdörren und all ihr Kraut vertrocknen lassen. Und ich will Ströme zu Inseln machen und Teiche trockenlegen.
16 Und ich will die Blinden auf einem Weg gehen lassen, den sie nicht kennen, auf Pfaden, die sie nicht kennen, will ich sie schreiten lassen. Die Finsternis vor ihnen will ich zum Licht machen und das Holperige zur Ebene. Das sind die Dinge, die ich tun und von denen ich nicht ablassen werde.
17 Es weichen zurück, es werden völlig zuschanden alle, die auf ein Götterbild vertrauen, die zum gegossenen Bild sagen: Ihr seid unsere Götter.
18 Hört, ihr Tauben! Und ihr Blinden, schaut her, um zu sehen!
19 Wer ist blind, wenn nicht mein Knecht, und taub, wenn nicht12 mein Bote, den ich sende? Wer ist blind wie Meschullam13 und blind wie der Knecht des HERRN?
20 Er hat14 vieles gesehen, aber es nicht beachtet15, hat offene Ohren, aber hört nicht.
21 Dem HERRN hat es gefallen um seiner Gerechtigkeit willen. Er macht das Gesetz groß und herrlich16.
22 Doch ist es jetzt noch ein beraubtes und ausgeplündertes Volk. Sie sind allesamt in Löchern gefesselt, und in Kerkern werden sie versteckt gehalten. Sie sind zur Beute geworden, und da ist kein Erretter, zur Plünderung, und niemand sagt: Gib wieder her!
23 Wer unter euch will das zu Ohren nehmen, will achtgeben und für die Zukunft hören?
24 Wer hat Jakob der Plünderung preisgegeben und Israel den Räubern? Nicht der HERR, gegen den wir gesündigt haben? Und sie wollten nicht auf seinen Wegen gehen und hörten nicht auf sein Gesetz.
25 Da hat er die Glut seines Zornes17 und die Gewalt des Krieges über es ausgegossen. Und er hat es ringsum versengt, aber es kommt nicht zur Erkenntnis, und er hat es in Brand gesteckt, aber es nimmt es nicht zu Herzen.
1 w. den farblosen, o. den trüben
2 o. In Wahrheit
3 w. ausdruckslos (o. lichtlos) werden
4 w. nicht knicken; vgl. V. 3
5 s. Anm. zu Kap. 40,26
6 o. gibt
7 o. ich habe dich gebildet und dich gesetzt
8 Das Wort Bund steht hier in seiner Grundbedeutung "Verpflichtung, Bestimmung" (für das Volk). Gott hat den Gerufenen (zum Heil) für das Volk verpflichtet oder bestimmt.
9 T.; Mas. T.: Die zum Meer herabsteigen. - Andere üs. mit anderer Wortabtrennung: Es verherrliche ihn das Meer
10 d. i. ein Nomadenstamm in der syrisch-arabischen Wüste
11 o. die Bewohner des Felsens
12 so mit LXX und Vulg.; Mas. T.: taub wie
13 d. i. ein Personenname; vielleicht bedeutet er: der Vertraute, der Gottergebene
14 o. Du hast
15 so mit zwei hebr. Handschr.; Mas. T.: du hast es nicht beachtet
16 Qu.: Dem HERRN gefiel es . . ., dass er das Gesetz groß und herrlich mache
17 so mit Qu.; Mas. T.: Da hat er die Erregung, seinen Zorn; o. . . . in Erregung seinen Zorn
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