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Elberfelder Bibel

Gottes Rettung durch den Eroberer Kyros

1 Hört mir schweigend zu, ihr Inseln! Und die Völkerschaften sollen neue Kraft gewinnen.1 Sie sollen herzutreten, dann mögen sie reden: Lasst uns miteinander vor Gericht treten!
2 Wer hat vom Sonnenaufgang her den erweckt, dessen Fuß Gerechtigkeit2 begegnet? Wer gibt Nationen vor ihm dahin3 und stürzt Könige hinab?4 Sein Schwert macht sie wie Staub, sein Bogen wie verwehte Strohstoppeln.
3 Er jagt ihnen nach, zieht wohlbehalten einher, berührt den Weg nicht mit seinen Füßen.
4 Wer hat es gewirkt und getan? Der die Generationen ruft von Anbeginn. Ich, der HERR, bin der Erste, und bei den Letzten bin ich derselbe5.
5 Die Inseln haben es gesehen und fürchten sich, es erbeben die Enden der Erde. Sie näherten sich und kamen herbei.
6 Einer hilft dem andern und sagt zu seinem Bruder: Sei mutig!
7 Und der Kunsthandwerker ermutigt den Goldschmied. Der mit dem Hammer glättet, ermutigt den, der auf den Amboss schlägt6, und sagt von der Lötung: Sie ist gut. Und er befestigt es7 mit Nägeln, dass es nicht wackelt.

Trost für Israel, den Knecht Gottes

8 Du aber, Israel, mein Knecht, Jakob, den ich erwählt habe, Nachkomme Abrahams, meines Freundes,
9 du, den ich ergriffen von den Enden der Erde und von ihren fernsten Gegenden her gerufen habe, zu dem ich sprach: Mein Knecht bist du, ich habe dich erwählt und nicht verworfen -
10 fürchte dich nicht, denn ich bin mit dir! Habe keine Angst, denn ich bin dein Gott! Ich stärke dich, ja, ich helfe dir, ja, ich halte dich mit der Rechten meiner Gerechtigkeit.
11 Siehe, beschämt und zuschanden werden alle, die in Feindschaft gegen dich entbrannt sind. Es werden wie nichts und gehen zugrunde die Männer, die den Rechtsstreit mit dir führen8.
12 Du wirst sie suchen und nicht finden, die Männer, die mit dir zanken9. Wie nichts und wie Nichtigkeit werden die Männer, die mit dir Krieg führen10.
13 Denn ich bin der HERR, dein Gott, der deine Rechte ergreift, der zu dir spricht: Fürchte dich nicht! Ich, ich helfe dir!
14 Fürchte dich nicht, du Wurm Jakob, du Häuflein11 Israel! Ich, ich helfe dir, spricht der HERR12, und dein Erlöser ist der Heilige Israels.
15 Siehe, ich habe dich zu einem scharfen, neuen Dreschschlitten gemacht, mit Doppelschneiden versehen: du wirst Berge dreschen und zermalmen und Hügel der Spreu gleichmachen.
16 Du wirst sie worfeln, und der Wind wird sie forttragen und der Sturm sie zerstreuen. Du aber, du wirst jubeln in dem HERRN und dich rühmen in dem Heiligen Israels.
17 Die Elenden und die Armen suchen nach Wasser, und es gibt keins, ihre Zunge vertrocknet vor Durst. Ich, der HERR, werde sie erhören, ich, der Gott Israels, werde sie nicht verlassen.
18 Ich werde Ströme öffnen auf den kahlen Höhen und Quellen mitten in den Talebenen. Ich werde die Wüste zum Wasserteich machen und das dürre Land zu Wasserquellen.
19 Ich werde Zedern in die Wüste setzen, Akazien, Myrten und Olivenbäume, werde Wacholderbäume in die Steppe pflanzen, Platanen und Zypressen miteinander,
20 damit sie sehen und erkennen, es merken13 und verstehen allesamt, dass die Hand des HERRN dies getan und der Heilige Israels es geschaffen hat.
21 Bringt eure Rechtssache vor!, spricht der HERR. Bringt eure Beweise herbei!, spricht der König Jakobs.
22 Sie sollen sie herbeibringen14 und uns verkünden, was sich ereignen wird; das Frühere, was war es? Verkündet es, damit wir es uns zu Herzen nehmen! Oder lasst uns das Künftige hören, damit wir seinen Ausgang erkennen15!
23 Verkündet das später Kommende, damit wir erkennen, dass ihr Götter seid! Ja, lasst es gut sein oder schlimm sein16, dass wir uns gegenseitig ansehen und miteinander erschrecken17!
24 Siehe, ihr seid nichts, und euer Tun ist Nichtigkeit18. Ein Gräuel ist, wer euch erwählt!
25 Ich habe ihn von Norden her erweckt, und er kam herbei - von Sonnenaufgang her den, der meinen Namen anruft19. Und er zertritt20 Befehlshaber wie Lehm und wie ein Töpfer, der Ton stampft.
26 Wer hat es von Anfang an verkündet, dass wir es erkannt hätten, und von jeher, dass wir sagen könnten: Richtig! Ja, da war keiner, der es verkündete, ja, keiner, der es hören ließ, ja, keiner, der eure Sprüche gehört hätte.
27 Als Erster habe ich zu Zion gesagt: Siehe, siehe, da sind sie21, und Jerusalem gebe ich einen Freudenboten!
28 Und ich sehe hin, doch da ist niemand, und unter diesen da ist kein Ratgeber, dass ich sie fragen könnte und sie mir Antwort gäben.
29 Siehe, sie alle sind Betrug. Nichtigkeit sind ihre Machwerke, Wind und Leere ihre gegossenen Bilder.
1 Andere vermuten, der Text habe ursprünglich gelautet: Ihr Völkerschaften, wartet auf meine Zurechtweisung!
2 hier vielleicht im Sinne von Gelingen
3 o. Er legt Nationen vor sich nieder
4 so mit Qu. und einer griech. Üs.; Mas. T.: Wer lässt Könige niedertreten?; o. er lässt Könige niedertreten
5 w. bin ich es; vgl. Anm. zu Ps 102,28
6 o. den, der mit dem Klöppel schlägt
7 d. i. das Götzenbild
8 w. die Männer deines Rechtsstreites
9 w. die Männer deines Zankes
10 w. die Männer deines Krieges
11 w. Männer. - Andere nehmen an, dass bei dem Wort ein Buchstabe verloren gegangen ist, und lesen: Würmchen
12 w. ist der Ausspruch des HERRN
13 so mit Qu.; Mas. T.: im Gedächtnis aufrichten
14 LXX, Vulg., syr. und aram. Üs. lesen: Sie sollen herantreten
15 Im Mas. T. stehen die beiden Satzhälften in umgekehrter Reihenfolge.
16 d. h. den Inhalt der Ankündigung. Andere üs.: tut etwas Gutes oder tut etwas Böses
17 o. damit wir miteinander erschrecken und es sehen
18 so in Anlehnung an die aram. Üs.; Mas. T.: Siehe, ihr seid weniger als nichts, und eure Taten sind weniger als Wertloses
19 Mit geringfügiger Änderung und teilweise mit Qu. lesen andere: rief ich ihn beim Namen; vgl. Kap. 45,3
20 so wahrscheinlich der ursprüngliche Text; Mas. T.: er kommt über
21 Andere üs. mit geringfügiger Textänderung: Meine Sprüche habe ich Zion verkündet
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