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Elberfelder Bibel

Das zukünftige Reich der Gerechtigkeit

1 Siehe, ein König wird in Gerechtigkeit regieren; und die Obersten, sie werden nach Recht herrschen1.
2 Und jeder wird sein wie ein Bergungsort vor dem Wind und ein Schutz vor dem Wolkenbruch, wie Wasserbäche in dürrer Gegend, wie der Schatten eines gewaltigen Felsens im lechzenden Land.
3 Da werden die Augen der Sehenden nicht mehr verklebt sein2, und die Ohren der Hörenden werden aufmerksam sein.
4 Und das Herz der Unbesonnenen wird auf Erkenntnis achtgeben, und die Zunge der Stammelnden wird fließend Deutliches reden.
5 Der Törichte wird nicht mehr edel genannt und der Schurke nicht mehr vornehm geheißen werden.
6 Denn ein törichter Mensch redet Törichtes3. Und sein Herz bereitet Unheil, Ruchloses zu tun und Irreführendes gegen den HERRN zu reden, um die Seele des Hungrigen leer zu lassen und dem Durstigen den Trank zu verweigern.
7 Und die Werkzeuge des Schurken sind böse: er beschließt böse Anschläge, um die Elenden4 durch Lügenreden zugrunde zu richten, selbst wenn der Arme redet, was Recht ist.
8 Aber der Edle beschließt Edles, und auf Edlem besteht er.

Die Ausgießung des Geistes nach der Demütigung Jerusalems

9 Steht auf, ihr sorglosen Frauen, hört meine Stimme, ihr Töchter, die ihr so sicher seid, nehmt zu Ohren meine Rede!
10 Über Jahr und Tag, da werdet ihr zittern, ihr Sicheren. Denn die Weinlese ist dahin, die Obsternte kommt nicht.
11 Bebt, ihr Sorglosen; zittert, ihr Sicheren! Zieht euch aus und entblößt euch und umgürtet die Lenden mit Sacktuch!
12 An die Brust schlägt man sich5 wegen der prächtigen Fluren, wegen des fruchtbaren Weinstocks,
13 wegen des Ackerlandes meines Volkes, das in Gestrüpp und Dornen aufgeht, ja, wegen aller Häuser voller Freude in der ausgelassenen Stadt.
14 Denn der Palast ist aufgegeben, verödet das Getümmel der Stadt. Ofel6 und Wachtturm dienen als Höhlen für ewig, zur Freude der Wildesel, zur Weidefläche der Herden,
15 bis der Geist aus der Höhe über uns ausgegossen wird und die Wüste zum Fruchtgarten wird und der Fruchtgarten dem Wald gleichgeachtet wird.
16 In der Wüste wird das Recht sich niederlassen und die Gerechtigkeit im Fruchtgarten wohnen.
17 Und das Werk der Gerechtigkeit wird Friede sein und der Ertrag der Gerechtigkeit Ruhe und Sicherheit für ewig.
18 Dann wird mein Volk wohnen an einer Wohnstätte des Friedens7 und in sicheren Wohnungen und an sorgenfreien Ruheplätzen8.
19 Und stürzen wird mit mächtigem Sturz der Wald9 und die Stadt in Niedrigkeit versinken.
20 Glücklich ihr, die ihr an allen Wassern sät und Rind und Esel freien Lauf lasst10!
1 T.; Mas. T.: für Oberste werden sie . . . herrschen
2 T.; Mas. T.: nicht mehr sehen
3 o. der Gottlose redet Gottloses
4 o. Demütigen
5 Andere üs. mit leichter Veränderung: Schlagt euch an die Brust!; vgl. die Befehlsformen in V. 11
6 w. Buckel. - Damit ist öfter der von Jotam befestigte Südabhang des Tempelberges gemeint.
7 w. an einem Weideplatz des Friedens
8 w. sorglosen Rastplätzen
9 so mit einer hebr. Handschr. und der aram. Üs.; ähnlich die syr. Üs.; Mas. T.: Es wird hageln beim Sturz des Waldes
10 w. den Fuß von Rind und Esel frei umherstreifen lasst
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