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Elberfelder Bibel

Freude und Staunen über den Sturz Babels und seines Königs

1 Denn der HERR wird sich über Jakob erbarmen und Israel noch einmal erwählen und wird sie in ihr Land setzen1. Und der Fremde wird sich ihnen anschließen, und sie werden sich dem Haus Jakob zugesellen.
2 Und die Völker werden sie nehmen und sie an ihren Ort bringen. Dann wird das Haus Israel diese als Knechte und Mägde in Erbbesitz nehmen im Land des HERRN. Und sie werden die gefangen wegführen, die sie gefangen wegführten, und sie werden ihre Unterdrücker2 niedertreten.
3 Und es wird geschehen, an dem Tag, an dem der HERR dir Ruhe verschafft von deiner Mühsal und deiner Unruhe und von dem harten Dienst, den man dir auferlegt hat,
4 da wirst du dieses Spottlied anstimmen über den König von Babel und sagen: Wie hat aufgehört der Unterdrücker3, aufgehört das Anstürmen4!
5 Zerbrochen hat der HERR den Stab der Gottlosen, den Herrscherstab,
6 der Völker schlug im Grimm mit Schlägen ohne Unterlass, Nationen unterjochte5 im Zorn mit Verfolgung6 ohne Schonung.
7 Es ruht, es rastet die ganze Erde. Man bricht in Jubel aus.
8 Auch die Wacholderbäume freuen sich über dich, die Zedern des Libanon: "Seitdem du daliegst, kommt der Holzfäller nicht mehr zu uns herauf."
9 Der Scheol drunten ist in Bewegung deinetwegen, in Erwartung deiner Ankunft. Er stört deinetwegen die Schatten7 auf, alle Mächtigen8 der Erde, er lässt von ihren Thronen alle Könige der Nationen aufstehen.
10 Sie alle beginnen und sagen zu dir: "Auch du bist kraftlos geworden wie wir, bist uns gleich!"
11 In den Scheol hinabgestürzt ist deine Pracht und der Klang deiner Harfen. Maden sind unter dir zum Lager ausgebreitet, und Würmer sind deine Decke.
12 Wie bist du vom Himmel gefallen, du Glanzstern, Sohn der Morgenröte! Wie bist du zu Boden geschmettert, Überwältiger der Nationen!
13 Und du, du sagtest in deinem Herzen: "Zum Himmel will ich hinaufsteigen, hoch über den Sternen Gottes meinen Thron aufrichten und mich niedersetzen auf den Versammlungsberg im äußersten Norden9.
14 Ich will hinaufsteigen auf Wolkenhöhen, dem Höchsten mich gleichmachen."
15 Doch in den Scheol wirst du hinabgestürzt, in die tiefste Grube.
16 Die dich sehen, betrachten dich, sehen dich genau an: "Ist das der Mann, der die Erde erbeben ließ, Königreiche erschütterte?"
17 Er machte den Erdkreis der Wüste gleich und riss ihre Städte nieder. Seine Gefangenen entließ er nicht nach Hause.
18 Alle Könige10 der Nationen, sie alle ruhen in Ehren, jeder in seinem Haus.
19 Du aber bist hingeworfen fern von deiner Grabstätte wie ein verabscheuter Schössling11, bedeckt mit Erschlagenen12, vom Schwert Durchbohrten wie ein zertretenes Aas.
20 Mit denen, die zu den Steinen der Grube hinabgefahren sind, mit ihnen13 wirst du nicht vereint werden im Grab. Denn du hast dein Land zugrunde gerichtet, dein Volk erschlagen. Das Geschlecht14 von Übeltätern wird in Ewigkeit nicht mehr genannt werden.
21 Bereitet für seine Söhne die Schlachtbank zu um der Schuld ihrer Väter willen! Sie sollen sich nicht mehr erheben und die Erde in Besitz nehmen und die Fläche des Erdkreises mit Städten füllen.
22 Und ich werde mich gegen sie erheben, spricht der HERR15 der Heerscharen, und werde von Babel ausrotten Namen und Rest und Spross und Nachkommen, spricht der HERR.
23 Ich werde es zum Besitz der Igel machen und zu Wassersümpfen. Und ich werde es ausfegen mit dem Besen der Vertilgung, spricht der HERR16 der Heerscharen.

Drohendes Gericht über Assur und die Philister

24 Der HERR der Heerscharen hat geschworen und gesagt: Fürwahr, wie ich es erwog, so geschieht es, und wie ich es beschlossen habe, so kommt es zustande:
25 dass ich Assur in meinem Land zerschmettere und es auf meinen Bergen zertrete. Dann weicht von ihnen sein Joch, und seine Last weicht von ihrer Schulter17.
26 Das ist der Ratschluss, der über die ganze Erde beschlossen ist, und das ist die Hand, die über alle Nationen ausgestreckt ist.
27 Denn der HERR der Heerscharen hat es beschlossen. Wer wird es ungültig machen? Und seine Hand ist ausgestreckt18. Wer wendet sie zurück?
28 Im Todesjahr des Königs Ahas geschah dieser Ausspruch:
29 Freue dich nicht, ganz Philistäa, dass der Stock zerbrochen ist, der dich schlug! Denn aus der Wurzel der Schlange wird eine Otter hervorkommen, und ihre Frucht wird eine fliegende feurige Schlange sein.
30 Da werden die Erstgeborenen der Geringen19 weiden und die Armen sich in Sicherheit lagern. Aber deine Wurzel werde ich durch Hunger töten, und deinen Rest werde ich20 erschlagen.
31 Heule, Tor! Schrei um Hilfe, Stadt! Verzage, ganz Philistäa! Denn von Norden her kommt Rauch, und keiner sondert sich ab von21 seinen Scharen.
32 Und was antwortet man den Boten der Nation? Ja, der HERR hat die Grundmauern Zions gelegt, und darin finden die Elenden seines Volkes Zuflucht.
1 o. auf ihrem Land zur Ruhe bringen
2 o. Antreiber
3 o. Antreiber
4 So mit Qu., LXX und syr. Üs. - Die Bedeutung des im Mas. T. stehenden Wortes ist unbekannt.
5 w. niedertrat
6 so mit der syr. Üs.; Mas. T.: der verfolgt wurde
7 o. die Totengeister
8 w. Leitböcke
9 Dort dachten sich die Assyrer den Sitz ihrer Götterversammlung.
10 o. Seinen Gefangenen öffnete er nicht das Haus ihrer Gefangenschaft. Die Könige
11 Eine griech. Üs. liest: eine verabscheute Fehlgeburt
12 w. dich bedecken wie ein Kleid die Erschlagenen
13 So mit Umstellung der letzten beiden Gedankengänge in V. 19. Mas. T.: bedeckt mit . . . Durchbohrten, die zu den Steinen der Grube hinabgefahren sind, wie ein zertretenes Aas. Mit ihnen
14 w. Der Same
15 w. ist der Ausspruch des HERRN
16 w. ist der Ausspruch des HERRN
17 so mit LXX und Vulg.; Mas. T.: von seiner Schulter
18 so mit der syr. Üs.; Mas. T.: seine ausgestreckte Hand; o. Ihm gehört die ausgestreckte Hand
19 d. h. die Geringsten der Geringen
20 so mit Qu.; Mas. T.: wird sie; "sie" bezöge sich dann auf die Schlange in V. 29
21 w. es gibt keinen Vereinzelten unter
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