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Elberfelder Bibel

Ausspruch über Babel: Seine Macht und sein Sturz, seine Schuld und Strafe

1 So spricht der HERR: Siehe, ich erwecke gegen Babel und gegen die, die im Herzen meiner Widersacher1 wohnen, einen Geist des Verderbens2.
2 Und ich sende nach Babel Fremde3, die es worfeln4 und sein Land ausleeren werden. Denn sie werden ringsumher gegen es vorgehen am Tag des Unheils.
3 Der Schütze spanne seinen Bogen gegen den, der da spannt, und gegen den, der sich in seinem Panzer erhebt! Und habt kein Mitleid mit seinen jungen Männern, vollstreckt den Bann an seinem ganzen Heer!
4 Und Erschlagene sollen fallen im Land der Chaldäer und Durchbohrte auf seinen Straßen.
5 Denn nicht verwitwet ist Israel noch Juda von seinem Gott, von dem HERRN der Heerscharen; denn deren Land ist voll Schuld wegen des Heiligen Israels.
6 Flieht aus Babel hinaus und rettet euch, jeder rette sein Leben5, dass ihr in seiner Schuld nicht umkommt6! Denn es ist die Zeit der Rache des HERRN; was es getan hat, vergilt er ihm.
7 Babel war ein goldener Becher in der Hand des HERRN, der die ganze Erde berauschte. Von seinem Wein haben die Nationen getrunken, darum sind die Nationen wie toll geworden.
8 Plötzlich ist Babel gefallen und zertrümmert. Jammert über es! Holt Balsam für seinen Schmerz! Vielleicht wird es geheilt werden!
9 "Wir haben Babel heilen wollen, aber es war nicht zu heilen. Verlasst es und lasst uns jeder in sein Land ziehen! Denn sein Gericht reicht bis an den Himmel und erhebt sich bis zu den Wolken."
10 Der HERR hat unsere Gerechtigkeiten ans Licht gebracht. Kommt und lasst uns in Zion die Tat des HERRN, unseres Gottes, erzählen!
11 Schärft die Pfeile, fasst die Schilde! Der HERR hat den Geist der Könige von Medien erweckt. Denn gegen Babel ist sein Plan gerichtet, es zu zerstören; denn es ist die Rache des HERRN, die Rache für seinen Tempel.
12 Richtet das Feldzeichen gegen die Mauern von Babel auf, verschärft die Bewachung7, stellt Wächter auf, bereitet die Hinterhalte! Denn wie der HERR es sich vorgenommen, so führt er aus, was er über die Bewohner von Babel geredet hat.
13 Die du an vielen Wassern wohnst, reich an Schätzen, dein Ende ist gekommen, das Maß deines ungerechten Gewinns8.
14 Der HERR der Heerscharen hat bei sich selbst geschworen: Wenn ich dich auch mit Menschen angefüllt habe wie mit Heuschrecken9, so wird man doch Triumphgeschrei10 über dich anstimmen.
15 Er ist es, der die Erde gemacht hat durch seine Kraft, der den Erdkreis gegründet durch seine Weisheit und den Himmel ausgespannt durch seine Einsicht,
16 auf dessen Befehl sich die Menge des Wassers am Himmel ergießt11, der Wolken aufsteigen lässt vom Ende der Erde, Blitze macht für den Regen und den Wind aus seinen Kammern12 herauslässt!
17 Dumm steht da jeder Mensch, ohne Erkenntnis, beschämt jeder Goldschmied wegen des Götterbildes. Denn Lüge sind seine gegossenen Bilder, Leben haben sie nicht13.
18 Ein Nichts sind sie, ein Werk zum Gespött: zur Zeit ihrer Heimsuchung sind sie verloren.
19 Jakobs Anteil ist nicht wie diese. Denn er, der HERR, ist es, der das All gebildet hat und den Stamm seines Erbteils14. Jahwe der Heerscharen ist sein Name.
20 Du bist mir ein Hammer, eine Kriegswaffe, und mit dir zerhämmere ich Nationen, und mit dir zerstöre ich Königreiche,
21 und mit dir zerhämmere ich Ross und Reiter, und mit dir zerhämmere ich den Wagen und seinen Lenker15,
22 und mit dir zerhämmere ich Mann und Frau, und mit dir zerhämmere ich Greis und Knaben, und mit dir zerhämmere ich Jüngling und die Jungfrau,
23 und mit dir zerhämmere ich den Hirten und seine Herde, und mit dir zerhämmere ich den Bauern und sein Gespann, und mit dir zerhämmere ich Statthalter und Befehlshaber.
24 Und ich will Babel und allen Bewohnern Chaldäas all ihr Böses, das sie an Zion verübt haben, vor euren Augen vergelten, spricht der HERR16.
25 Siehe, ich will an dich, spricht der HERR17, du Berg des Verderbens, der die ganze Erde verdirbt18. Und ich will meine Hand gegen dich ausstrecken und dich von den Felsen hinabwälzen und dich zu einem verbrannten Berg machen,
26 so dass man von dir weder Eckstein noch Grundstein nehmen kann. Denn eine ewige Trümmerstätte19 sollst du sein, spricht der HERR20.
27 Richtet das Feldzeichen im Land auf, stoßt ins Horn unter den Nationen! Heiligt Nationen gegen es zum Krieg, ruft gegen es die Königreiche Ararat, Minni21 und Aschkenas22 herbei! Bestellt Kriegsoberste23 gegen es, lasst Pferde heraufziehen wie furchtbare24 Heuschrecken25!
28 Heiligt Nationen gegen es zum Krieg, die Könige von Medien, dessen Statthalter und alle seine Befehlshaber und das ganze Land ihrer26 Herrschaft!
29 Da erbebt und erzittert die Erde. Denn die Pläne des HERRN erfüllen sich gegen Babel, um das Land Babel zu einer Wüste27 zu machen, ohne Bewohner.
30 Babels Helden haben aufgehört zu kämpfen, sie sitzen in den Bergfestungen. Versiegt ist ihre Kraft, sie sind zu Weibern geworden. Man hat ihre Wohnungen angezündet, ihre Riegel sind zerbrochen.
31 Ein Läufer läuft dem anderen entgegen28 und der Bote dem Boten, um dem König von Babel die Botschaft zu bringen, dass seine Stadt von allen Seiten her eingenommen ist.
32 Und die Übergänge sind besetzt, und die Festungen29 hat man mit Feuer ausgebrannt, und die Kriegsleute sind vor Schrecken erstarrt.
33 Denn so spricht der HERR der Heerscharen, der Gott Israels: Die Tochter Babel ist wie eine Tenne zur Zeit, da man sie stampft. Noch kurze Zeit30, dann kommt die Zeit der Ernte für sie.
34 Nebukadnezar, der König von Babel, hat mich gefressen, hat mich vernichtet, hat mich weggestellt als leeres Gefäß31. Er verschlang mich wie ein Ungeheuer, füllte seinen Bauch mit meinen Leckerbissen, stieß mich fort.
35 Die an mir begangene Gewalttat und meine Zerfleischung32 komme über Babel - soll die Bewohnerin von Zion sagen - und mein Blut über die Bewohner von Chaldäa, soll Jerusalem sagen.
36 Darum, so spricht der HERR: Siehe, ich will deinen Rechtsstreit führen und deine Rache vollziehen, und ich werde sein Meer33 austrocknen und seine Quelle versiegen lassen.
37 Und Babel soll zum Steinhaufen, zur Wohnung der Schakale, zum Entsetzen und zum Gezisch34 werden, ohne Bewohner.
38 Sie brüllen alle zusammen wie Junglöwen, knurren wie die Jungen der Löwinnen.
39 Wenn sie erhitzt sind, richte ich ihnen ein Trinkgelage an und mache sie betrunken, so dass sie jubeln und entschlafen zu ewigem Schlaf und nicht mehr erwachen, spricht der HERR35.
40 Wie Lämmer führe ich sie zur Schlachtung hinab, wie Widder zusammen mit den Böcken.
41 Wie ist Scheschach36 eingenommen und der Ruhm der ganzen Erde erobert! Wie ist Babel zum Entsetzen geworden unter den Nationen!
42 Das Meer ist heraufgestiegen über Babel; mit dem Brausen seiner Wellen ist es bedeckt.
43 Seine Städte sind zur Wüste37 geworden, ein dürres Land und eine Steppe, ein Land, worin niemand wohnt und durch das kein Menschenkind zieht.
44 Und ich werde den Bel zu Babel heimsuchen und aus seinem Maul herausnehmen, was er verschlungen hat; und Nationen sollen nicht mehr zu ihm strömen. Auch die Mauer von Babel ist gefallen.
45 Zieht aus ihm hinaus, mein Volk, und rettet euch, jeder sein Leben, vor der Zornesglut des HERRN!
46 Und dass euer Herz nicht zaghaft werde und ihr euch nicht fürchtet vor der Nachricht, die im Land vernommen wird! Denn in dem einen Jahr kommt diese Nachricht und in dem Jahr danach jene Nachricht. Und Gewalttat ist im Land, Herrscher folgt auf Herrscher.
47 Darum siehe, Tage kommen, da werde ich die Götterbilder Babels heimsuchen. Sein ganzes Land wird zuschanden werden, und alle seine Erschlagenen werden in seiner Mitte fallen.
48 Und Himmel und Erde, und alles, was in ihnen ist, werden jubeln über Babel. Denn von Norden her kommen ihm die Verwüster, spricht der HERR38.
49 Wie Babel darauf ausging, dass Erschlagene Israels fielen, so werden wegen Babel Erschlagene auf der ganzen Erde fallen.
50 Ihr, die dem Schwert Entkommenen, geht, bleibt nicht stehen! Denkt an den HERRN aus der Ferne, und Jerusalem komme euch in den Sinn!
51 Wir sind beschämt, denn wir haben Verhöhnung gehört; Schmach hat unser Gesicht bedeckt. Denn Fremde sind über die Heiligtümer des Hauses des HERRN gekommen.
52 Darum siehe, Tage kommen, spricht der HERR39, da ich seine Götzenbilder heimsuchen werde. Und tödlich Verwundete werden stöhnen in seinem ganzen Land.
53 Wenn auch Babel bis zum Himmel hinaufstiege und seine starke Höhe unersteigbar machte, so würden ihm von mir her doch Verwüster kommen, spricht der HERR40.
54 Horch! Ein Geschrei aus Babel und großer Zusammenbruch vom Land der Chaldäer her!
55 Denn der HERR verwüstet Babel und lässt aus ihm den lauten Schall verloren gehen. Und es brausen seine Wogen wie gewaltige Wasser, es ertönt der Schall ihres Tosens.
56 Denn über es, über Babel, kommt ein Verwüster. Und seine Helden werden gefangen, ihre Bogen sind zerbrochen. Denn ein Gott der Vergeltung ist der HERR, er wird bestimmt vergelten.
57 Und ich mache seine Obersten betrunken und seine Weisen, seine Statthalter und seine Befehlshaber und seine Helden, dass sie entschlafen zu ewigem Schlaf und nicht mehr erwachen, spricht der König41, HERR der Heerscharen ist sein Name.
58 So spricht der HERR der Heerscharen: Die Mauern des großen Babel42 sollen vollständig geschleift und seine hohen Tore mit Feuer verbrannt werden. - Und so mühen sich Völker für nichts und Völkerschaften fürs Feuer, und sie ermüden.

Jeremias Anweisung, die Unheilsschrift über Babel nach ihrer Verlesung im Euphrat zu versenken

59 Das Wort, das der Prophet Jeremia Seraja, dem Sohn Nerijas, des Sohnes Machsejas, befahl, als der mit Zedekia, dem König von Juda, im vierten Jahr seiner Regierung nach Babel zog; Seraja war Reisemarschall43.
60 Und Jeremia schrieb in ein einziges Buch all das Unheil, das über Babel kommen sollte, alle diese Worte, die gegen Babel geschrieben sind.
61 Und Jeremia sagte zu Seraja: Wenn du nach Babel kommst, so sieh zu und lies all diese Worte
62 und sprich: HERR, du selbst hast gegen diesen Ort geredet, dass du ihn ausrotten wirst, so dass kein Bewohner mehr darin sein soll, weder Mensch noch Vieh, sondern dass er zu einer ewigen Trümmerstätte44 werden soll.
63 Und es soll geschehen, wenn du dieses Buch zu Ende gelesen hast, so binde einen Stein daran und wirf es mitten in den Euphrat
64 und sage: So wird Babel versinken und nicht wieder hochkommen wegen des Unheils, das ich über es bringe; und sie werden ermüden. Bis hierher gehen die Worte Jeremias.
1 hebr. leb kamai; durch eine künstliche Buchstabenversetzung des Wortes Kasdim soll damit das Land Chaldäa bezeichnet werden; vgl. Kap. 25,26
2 o. Verderben bringenden Wind
3 LXX und die lat. Üs.: Worfler
4 o. zerstreuen
5 o. seine Seele
6 o. haltet nicht still in seiner Schuld
7 o. Belagerung
8 w. die Elle deines Schnittes; d. h. viell. auch: die Elle, mit der dein Leben abgeschnitten wird
9 hebr. jäläq; das sind kriechende, noch ungeflügelte Heuschrecken
10 o. den Kriegsruf
11 T.; andere üs. mit Textänderung: Wenn er die Stimme erhebt, gibt es Wasserrauschen am Himmel; Mas. T.: Bei der Stimme seines Erhebens gibt es eine Menge (o. ein Rauschen) des Wassers am Himmel
12 w. aus seinen Vorräten o. Vorratskammern
13 o. Denn ein Trugbild hat er gegossen, es ist kein Atem darin
14 viell. ist zu lesen wie Kap. 10,16: Israel ist der Stamm seines Erbteils
15 w. und den darauf Fahrenden
16 w. ist der Ausspruch des HERRN
17 w. ist der Ausspruch des HERRN
18 o. verdarb
19 w. ewige Einöden
20 w. ist der Ausspruch des HERRN
21 d. i. ein Name von Armenien
22 d. i. eine Landschaft in der Nähe von Armenien
23 d. i. ein assyr. Beamtentitel; w. Schreiber; hier aber im Gegensatz zu Nah 3,17 militärisch gemeint
24 o. borstige
25 hebr. jäläq; das sind kriechende, noch ungeflügelte Heuschrecken
26 w. seiner; d. i. des obersten Königs der Meder
27 o. zum Schreckensort
28 w. entgegen einem Läufer; d. h. sie kommen von allen Seiten her
29 o. Schilfteiche
30 w. Um ein Kleines
31 d. h. menschenleer gemacht
32 w. Fleisch
33 d. i. eine im Altertum gebräuchliche Bezeichnung für große Ströme; hier ist der Euphrat gemeint; vgl. Anm. zu Jes 18,2 und 19,5
34 Gemeint ist wohl ein Pfeifen oder Zischen, das angesichts eines erschreckenden Anblicks Verachtung oder Furcht ausdrücken soll.
35 w. ist der Ausspruch des HERRN
36 d. i. eine durch künstliche Buchstabenversetzung entstandene Bezeichnung für Babel
37 o. zum Schreckensort
38 w. ist der Ausspruch des HERRN
39 w. ist der Ausspruch des HERRN
40 w. ist der Ausspruch des HERRN
41 w. ist der Ausspruch des Königs
42 o. Die weiten Mauern von Babel
43 w. Oberster des Ruheortes
44 w. zu ewigen Einöden
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