Help

Elberfelder Bibel

1 Er spricht1: Wenn ein Mann seine Frau entlässt und sie von ihm weggeht und die Frau eines anderen Mannes wird, darf sie wieder zu ihm zurückkehren2? Würde dieses Land nicht ganz und gar entweiht werden? Du aber hast mit vielen Liebhabern gehurt, und du solltest zu mir zurückkehren?, spricht der HERR3.
2 Hebe deine Augen auf zu den kahlen Höhen und sieh! Wo bist du nicht geschändet4 worden? An den Wegen saßest du für sie wie ein Araber in der Wüste. Und du hast das Land entweiht durch deine Hurerei und durch deine Bosheit.
3 Darum wurden die Regengüsse5 zurückgehalten, und es gab keinen Spätregen. Aber du hattest die Stirn eines Hurenweibes, hast dich geweigert, dich zu schämen.
4 Nicht wahr, von jetzt an6 rufst du mir zu: Mein Vater, der Freund7 meiner Jugend bist du!
5 Wird er für ewig grollen, wird er für immer Zorn bewahren? Siehe, so hast du geredet und Böses getan und hast dich durchgesetzt.

Gott gibt Juda den Scheidebrief und dennoch das Angebot zum Neuanfang

6 Und der HERR sprach zu mir in den Tagen des Königs Josia: Hast du gesehen, was Israel, die Abtrünnige8, getan hat? Sie ging auf jeden hohen Berg und unter jeden grünen Baum und hurte dort.
7 Und ich9 sprach: Nachdem sie das alles getan hat, wird sie zu mir zurückkehren. Aber sie kehrte nicht zurück. Und ihre treulose Schwester Juda sah es.
8 Und sie10 sah auch, dass ich Israel, die Abtrünnige, eben deshalb, weil sie die Ehe gebrochen, entließ und ihr den Scheidebrief gab. Doch ihre Schwester Juda, die Treulose, fürchtete sich nicht, sondern ging hin und trieb selbst auch Hurerei.
9 Und es geschah, durch die Leichtfertigkeit11 ihrer Hurerei, entweihte sie das Land; denn sie trieb Ehebruch mit Stein und mit Holz.
10 Und selbst bei alldem ist ihre Schwester Juda, die Treulose, nicht mit ihrem ganzen Herzen zu mir zurückgekehrt, sondern nur zum Schein12, spricht der HERR13.
11 Und der HERR sprach zu mir: Israel, die Abtrünnige14, hat sich gerechter erwiesen15 als Juda, die Treulose.
12 Geh und rufe diese Worte aus nach Norden hin und sprich: Kehre um, Israel, du Abtrünnige, spricht der HERR16! Ich will nicht finster auf euch blicken17. Denn ich bin gütig, spricht der HERR18, ich werde nicht für ewig grollen.
13 Nur erkenne deine Schuld, dass du mit dem HERRN, deinem Gott, gebrochen hast und unter jeden grünen Baum zu den fremden Göttern hin und her gelaufen bist19. Aber auf meine Stimme habt ihr nicht gehört, spricht der HERR20.
14 Kehrt um, ihr abtrünnigen Kinder!, spricht der HERR21. Denn ich bin euer Herr22. Und ich werde euch nehmen, einen aus einer Stadt und zwei aus einem Geschlecht, und euch nach Zion bringen.
15 Und ich werde euch Hirten geben nach meinem Herzen, und sie werden euch weiden mit Erkenntnis und Verstand.
16 Und es wird geschehen, wenn ihr euch im Land vermehrt und fruchtbar seid in jenen Tagen, spricht der HERR23, wird man nicht mehr sagen: "Die Bundeslade des HERRN"; und sie wird keinem mehr in den Sinn kommen24, und man wird nicht mehr an sie denken noch sie suchen25, und sie wird nicht wiederhergestellt werden.
17 In jener Zeit wird man Jerusalem den Thron des HERRN nennen, und alle Nationen werden sich zu ihr versammeln wegen des Namens26 des HERRN in Jerusalem. Und sie werden nicht mehr der Verstocktheit ihres bösen Herzens folgen.
18 In jenen Tagen wird das Haus Juda mit dem Haus Israel zusammengehen, und sie werden miteinander aus dem Land des Nordens in das Land kommen, das ich euren Vätern zum Erbteil gegeben habe.
19 Und ich hatte doch gedacht: Wie will ich dich unter die Söhne aufnehmen27 und dir ein köstliches Land geben, ein Erbteil, das die herrlichste Zierde der Nationen ist! Und ich meinte, ihr würdet mir zurufen: "Mein Vater!", und würdet euch nicht mehr von mir28 abwenden.
20 Fürwahr, wie eine Frau ihren Gefährten treulos verlässt, so habt ihr treulos an mir gehandelt, Haus Israel, spricht der HERR29.

Israels Bußlied und Gottes Antwort

21 Eine Stimme hört man auf den kahlen Höhen, ein Weinen, ein Flehen der Söhne Israel, weil sie ihren Weg verkehrt und den HERRN, ihren Gott, vergessen haben.
22 Kehrt um, ihr abtrünnigen Kinder! Ich will eure Treulosigkeiten heilen. Hier sind wir, wir kommen zu dir; denn du bist der HERR, unser Gott.
23 Fürwahr, trügerisch klingt von den Hügeln das Getöse der Berge30; fürwahr, nur im HERRN, unserm Gott, ist das Heil31 Israels!
24 Denn die Schande32 hat den Erwerb unserer Väter gefressen von unserer Jugend an, ihre Schafe und ihre Rinder, ihre Söhne und ihre Töchter.
25 In unserer Schande müssen wir daliegen, und unsere Schmach bedeckt uns! Denn wir haben gegen den HERRN, unsern Gott, gesündigt, wir und unsere Väter, von unserer Jugend an bis auf diesen Tag, und wir haben nicht auf die Stimme des HERRN, unseres Gottes, gehört.
1 w. Folgendes. - Möglicherweise ist hier der Anfang eines einleitenden Satzes "Und der HERR sprach zu mir Folgendes" ausgefallen.
2 so mit LXX; Mas. T.: kehrt er wieder zu ihr zurück
3 w. ist der Ausspruch des HERRN
4 w. beschlafen
5 o. Tau, der schwer wie Regen ist; vgl. Kap. 14,22
6 Andere üs. mit geringfügiger Änderung: auch jetzt noch
7 o. der Vertraute
8 w. die Abtrünnigkeit Israels
9 d. i. Gott
10 so mit einer hebr. Handschr. und LXX; Mas. T.: ich sah
11 o. durch das Gerücht
12 w. in Lüge
13 w. ist der Ausspruch des HERRN
14 w. die Abtrünnigkeit Israels
15 w. hat eine gerechtere Seele
16 w. ist der Ausspruch des HERRN
17 w. mein Angesicht nicht gegen euch senken; vgl. auch 4Mo 6,26
18 w. ist der Ausspruch des HERRN
19 w. zu den fremden Göttern deine Wege zerstreut hast
20 w. ist der Ausspruch des HERRN
21 w. ist der Ausspruch des HERRN
22 w. ich bin euer Eheherr; d. h. das mit der Eheschließung begründete Besitzverhältnis zwischen dem "Ehemann" Gott und der "Ehefrau" Israel ist nicht erloschen
23 w. ist der Ausspruch des HERRN
24 w. wird nicht zum Herzen heraufsteigen
25 o. vermissen
26 o. zum Namen
27 w. setzen
28 w. von der Nachfolge hinter mir her
29 w. ist der Ausspruch des HERRN
30 wahrscheinlich die lärmende Anrufung der Götzen; vgl. 1Kö 18,26ff
31 o. die Rettung
32 d. i. der Schandgötze; andere vermuten, dass der Text ursprünglich lautete: Baal hat . . . verzehrt
© 2016 ERF Medien