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Elberfelder Bibel

Der zerbrochene Krug

1 So spricht der HERR: Geh und kauf vom Töpfer einen Tonkrug und nimm mit dir einige von den Ältesten1 des Volkes und von den Ältesten der Priester!
2 Und geh hinaus in das Tal Ben-Hinnom, das vor dem Eingang des Scherbentores liegt, und rufe dort die Worte aus, die ich zu dir reden werde,
3 und sage: Hört das Wort des HERRN, ihr Könige von Juda und ihr Bewohner von Jerusalem! So spricht der HERR der Heerscharen, der Gott Israels: Siehe, ich bringe Unheil über diesen Ort, dass jedem, der es hört, die Ohren gellen werden.
4 Darum, weil sie mich verlassen und mir diesen Ort entfremdet2 und an ihm andern Göttern Rauchopfer dargebracht haben, Göttern, die sie nicht kennen, weder sie noch ihre Väter noch die Könige von Juda, und weil sie diesen Ort mit dem Blut Unschuldiger angefüllt haben
5 und die Höhen des Baal gebaut, um ihre Kinder als Brandopfer für den Baal im Feuer zu verbrennen, was ich nicht befohlen noch geredet habe und was mir nicht in den Sinn gekommen ist.
6 Darum siehe, Tage kommen, spricht der HERR3, da dieser Ort nicht mehr Tofet4 noch Tal Ben-Hinnom genannt werden wird, sondern Tal des Schlachtens5.
7 Da werde ich den Plan von Juda und Jerusalem vereiteln an diesem Ort und werde sie durchs Schwert fallen lassen vor ihren Feinden und durch die Hand derer, die ihnen nach ihrem Leben trachten. Und ich werde ihre Leichen den Vögeln des Himmels und den Tieren der Erde zum Fraß geben.
8 Und ich werde diese Stadt zum Entsetzen und zum Gezisch6 machen: jeder, der an ihr vorübergeht, wird sich entsetzen und zischen über all ihre Plagen7.
9 Und ich werde sie das Fleisch ihrer Söhne und das Fleisch ihrer Töchter essen lassen, und sie sollen einer das Fleisch des anderen essen während der Belagerung und der Bedrängnis, mit der ihre Feinde und die nach ihrem Leben trachten sie bedrängen werden.
10 Und du sollst den Krug vor den Augen der Männer zerbrechen, die mit dir gegangen sind,
11 und zu ihnen sagen: So spricht der HERR der Heerscharen: Ebenso werde ich dieses Volk und diese Stadt zerbrechen, wie man ein Gefäß des Töpfers zerbricht, das nicht wiederhergestellt werden kann. Und man wird im Tofet8 begraben, weil kein Platz zum Begraben mehr da ist.
12 Ebenso werde ich mit diesem Ort verfahren, spricht der HERR9, und seinen Bewohnern, um diese Stadt dem Tofet gleichzumachen.
13 Und die Häuser von Jerusalem und die Häuser der Könige von Juda sollen unrein werden wie der Ort Tofet; all die Häuser, auf deren Dächern sie dem ganzen Heer des Himmels Rauchopfer dargebracht und andern Göttern Trankopfer gespendet haben.

Die Folgen der Gerichtsbotschaft: Misshandlung durch Paschhur

14 Und Jeremia kam vom Tofet10, wohin ihn der HERR gesandt hatte zu weissagen, und er trat in den Vorhof des Hauses des HERRN und sprach zum ganzen Volk:
15 So spricht der HERR der Heerscharen, der Gott Israels: Siehe, ich will über diese Stadt und über alle ihre Städte all das Unheil bringen, das ich über sie geredet habe. Denn sie haben ihren Nacken verhärtet, um meine Worte nicht zu hören.
1 so mit der syr. und aram. Üs.; Mas. T.: Krug und von den Ältesten
2 o. und diesen Ort verkannt haben
3 w. ist der Ausspruch des HERRN
4 d. h. Feuerstätte, o. Herd; aber auch Gespei, o. Auswurf. Viell. spielt die folgende Umbenennung von Tofet auf beide Bedeutungen an.
5 w. des Mordens
6 o. zum Pfeifen/und pfeifen; als Ausdruck der Verachtung oder der Furcht
7 o. Wunden
8 s. Anm. zu V. 6
9 w. ist der Ausspruch des HERRN
10 s. Anm. zu V. 6
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