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Elberfelder Bibel

Hiobs früheres Glück, Gottes Segen und Anerkennung seitens der Menschen

1 Und Hiob fuhr fort, seinen Spruch zu erheben, und sagte:
2 Dass ich wäre wie in den früheren Monaten, wie in den Tagen, da Gott mich behütete! -
3 als seine Leuchte über meinem Haupt schien, als ich bei seinem Licht durch die Finsternis ging;
4 wie ich war in den Tagen meiner Jugend, als über meinem Zelt Gottes Rat1 waltete,
5 als der Allmächtige noch mit mir war, meine Söhne2 mich umgaben;
6 als meine Schritte sich in Dickmilch badeten, und der Fels neben mir Bäche von Öl ausgoss!
7 Ging ich durch das Tor in die Stadt hinauf, stellte ich meinen Sitz auf dem öffentlichen Platz auf.
8 Sahen mich dann die jungen Männer, so verbargen sie sich, und die Greise erhoben sich, blieben stehen3.
9 Die Obersten hielten die Worte zurück und legten die Hand auf ihren Mund.
10 Die Stimme der führenden Männer4 verstummte5, und ihre Zunge klebte an ihrem Gaumen.
11 Hörte mich ein Ohr, so pries es mich glücklich, und sah mich ein Auge, so legte es Zeugnis für mich ab.
12 Denn ich befreite den Elenden, der um Hilfe rief, und die Waise, die6 keinen Helfer hatte.
13 Der Segenswunsch des Mutlosen7 kam auf mich, und das Herz der Witwe ließ ich jauchzen.
14 Ich kleidete mich in Gerechtigkeit, mich bekleidete wie ein Oberkleid und Kopfbund mein Recht.
15 Auge8 wurde ich dem Blinden, und Fuß9 dem Lahmen war ich!
16 Ein Vater war ich für die Armen, und den Rechtsstreit dessen, den ich nicht kannte, untersuchte ich.
17 Und ich zerschmetterte die Kinnladen des Übeltäters, und seinen Zähnen entriss ich10 die Beute.
18 Und ich sagte mir: Mit meinem Nest werde ich verscheiden und wie der Phönix11 meine Tage zahlreich machen.
19 Meine Wurzel wird geöffnet sein zum Wasser hin, und der Tau wird auf meinem Gezweig übernachten.
20 Meine Ehre wird frisch bei mir bleiben, und mein Bogen in meiner Hand wird sich verjüngen12.
21 Man hörte mir zu und wartete und verhielt sich still gegenüber meinem Rat.
22 Hatte ich geredet, so13 sagte man nichts mehr dagegen, und auf sie träufelte meine Rede.
23 Und sie warteten auf mich wie auf Regen und sperrten ihren Mund auf wie nach Spätregen.
24 Lächelte ich denen zu, die kein Vertrauen hatten, dann nahmen sie das Leuchten meines Gesichts auf14.
25 Ich wählte für sie den Weg aus und saß als Haupt und thronte wie ein König unter der Kriegsschar wie einer, der Trauernde tröstet.
1 o. traute Gemeinschaft
2 o. meine Knechte
3 o. traten zur Seite (um Platz zu machen)
4 w. Fürsten
5 w. verbarg sich
6 o. die Waise und den, der
7 o. des Verlorenen
8 w. Beide Augen
9 w. beide Füße
10 T.; Mas. T.: aus seinen Zähnen warf ich
11 Der Phönix war ein sagenhafter Vogel, der mehrere hundert Jahre lebte, dann samt seinem Nest verbrannte und aus der Asche wieder zu neuem Leben erstand. Andere üs.: und wie Sand
12 w. mein Bogen . . . wird Kraft folgen lassen. - Andere üs.: mein Bogen . . . wird Pfeil auf Pfeil folgen lassen
13 w. Nach meinem Wort
14 w. so ließen sie das Leuchten meines Gesichts nicht fallen
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