Help

Elberfelder Bibel

Gerichtsworte und Zeichenhandlungen: Das Schwert des HERRN

1 Und das Wort des HERRN geschah zu mir so:
2 Menschensohn, richte dein Gesicht nach Süden, und rede1 zum Mittag hin und weissage gegen den Wald des Gefildes im Südland2!
3 Und sage zum Wald des Südlandes: Höre das Wort des HERRN! So spricht der Herr, HERR: Siehe, ich will in dir ein Feuer anzünden; das wird jeden grünen Baum und jeden dürren Baum in dir verzehren. Die lodernde Flamme wird nicht verlöschen, und vom Süden bis zum Norden werden alle Gesichter durch sie versengt.
4 Und alles Fleisch soll sehen, dass ich, der HERR, es angezündet habe. Es wird nicht erlöschen.
5 Und ich sprach: Ach, Herr, HERR! Sie sagen von mir: Redet er nicht in Gleichnissen?
6 Und das Wort des HERRN geschah zu mir:
7 Menschensohn, richte dein Gesicht nach Jerusalem, und rede3 gegen die Heiligtümer und weissage gegen das Land Israel!
8 Und sprich zu dem Land Israel: So spricht der HERR: Siehe, ich will an dich und werde mein Schwert aus seiner Scheide ziehen; und ich werde aus dir den Gerechten und den Ungerechten4 ausrotten!
9 Weil ich aus dir den Gerechten und den Ungerechten5 ausrotten will, darum soll mein Schwert aus seiner Scheide fahren gegen alles Fleisch vom Süden bis zum Norden.
10 Und alles Fleisch wird erkennen, dass ich, der HERR, mein Schwert aus seiner Scheide gezogen habe; es soll nicht wieder dahin zurückkehren.
11 Und du, Menschensohn, stöhne! Mit brechenden Hüften und mit bitterem Schmerz sollst du vor ihren Augen stöhnen!
12 Und es soll geschehen, wenn sie zu dir sagen: "Weswegen stöhnst du?", dann sollst du sagen: "Wegen der kommenden Nachricht6." Und jedes Herz wird zerschmelzen, und alle Hände werden erschlaffen, und jeder Geist wird verzagen, und alle Knie werden von Wasser triefen. Siehe, es kommt und geschieht, spricht der Herr, HERR7.
13 Und das Wort des HERRN geschah zu mir so:
14 Menschensohn, weissage! Und du sollst sagen: So spricht der Herr: Sage: Ein Schwert, ein Schwert, geschärft und auch geschliffen!
15 Damit es ein Schlachten anrichtet, ist es geschärft; damit es blitzt, ist es geschliffen. - Oder sollen wir uns freuen und sagen: Das Zepter meines Sohnes verwirft alles Holz?8
16 Und man hat es zum Schleifen gegeben, um es mit der Faust zu packen. Geschärft ist es, das Schwert, es ist geschliffen, damit man es in die Hand eines Mörders gebe.
17 Schreie um Hilfe und heule, Menschensohn! Denn es richtet sich gegen mein Volk, es richtet sich gegen alle Fürsten Israels: Sie sind dem Schwert verfallen samt meinem Volk. Darum schlag dir auf die Hüften!
18 Denn die Probe ist gemacht. Und warum sollte es, wenn du sogar das Zepter9 verwirfst, nicht geschehen10?, spricht der Herr, HERR11.
19 Und du, Menschensohn, weissage und schlag die Hände zusammen! Da verdoppelt sich das Schwert, ja verdreifacht sich12, ein Schwert der Erschlagenen ist es, ein gewaltiges Schwert der Erschlagenen13, das tief in sie eindringt14.
20 Damit das Herz verzage und viele zum Stürzen gebracht werden15, bringe ich an all ihre Tore das Schlachten16 des Schwertes! Wehe! Zum Blitzen ist es gemacht, zum Schlachten geschärft17.
21 Erweise deine Schärfe, und wende dich nach rechts, wende dich nach links18, wohin deine Schneide gerade gerichtet ist!
22 Und auch ich will meine Hände zusammenschlagen und meinen Grimm stillen. Ich, der HERR, habe geredet.

Das Schwert des Königs von Babel

23 Und das Wort des HERRN geschah zu mir so:
24 Und du, Menschensohn, mache dir zwei Wege, auf denen das Schwert des Königs von Babel kommt! Von einem Land sollen sie beide ausgehen. Und setze19 einen Wegweiser, an den Anfang des Weges zur Stadt setze ihn!
25 Du sollst einen Weg machen, damit das Schwert komme nach Rabba der Söhne Ammon und nach Juda, das nur noch in Jerusalem befestigt ist.20
26 Denn der König von Babel bleibt am Kreuzweg stehen, am Anfang der beiden Wege, um das Losorakel zu befragen; er schüttelt die Pfeile, befragt die Terafim, beschaut die Leber.
27 In seiner Rechten ist das Losorakel "Jerusalem", dass er Sturmböcke aufstelle, den Mund öffne mit Geschrei21, die Stimme erhebe mit Kriegsgeschrei, Sturmböcke gegen die Tore aufstelle, Belagerungswälle aufschütte und Belagerungstürme baue.
28 In ihren Augen22 aber ist es ihnen wie ein falsches Orakel - sie haben ja die heiligsten Eide23 -; er aber bringt ihre Schuld in Erinnerung, damit sie gefasst werden.
29 Darum, so spricht der Herr, HERR: Weil ihr eure Schuld in Erinnerung bringt, indem eure Verbrechen offenbar werden, so dass eure Sünden in allen euren Taten gesehen werden, weil ihr angezeigt worden seid24, werdet ihr mit harter Hand gefasst werden.
30 Und du, erschlagener Gottloser25, Fürst Israels, dessen Tag gekommen ist zur Zeit der endgültigen Strafe26!
31 So spricht der Herr, HERR: Weg mit dem Kopfbund, und fort mit der Krone! Nichts bleibt, wie es ist27. Das Niedrige soll erhöht und das Hohe erniedrigt werden!
32 Zu Trümmern, Trümmern, Trümmern mache ich es28. Auch das bleibt nicht - bis der kommt29, dem das Recht gehört30; dem gebe ich es.

Das Unheilswort über Ammon

33 Und du, Menschensohn, weissage und sprich: So spricht der Herr, HERR, über die Söhne Ammon und über ihr Höhnen. Und sprich: Schwert, Schwert, zum Schlachten gezückt, zum Fressen geschliffen, damit es als Blitz dreinfahre,
34 um dich31, während man dir Nichtiges schaut, während man dir Lüge wahrsagt, an die Hälse der tödlich verwundeten Gottlosen zu legen, deren Tag gekommen ist zur Zeit der endgültigen Strafe32!
35 Stecke es wieder in seine Scheide! An dem Ort, wo du geschaffen bist, in dem Land deiner Herkunft, werde ich dich richten.
36 Und ich werde meinen Zorn über dich ausgießen, das Feuer meines Grimms gegen dich anfachen; und ich werde dich in die Hand roher33 Männer geben, die Verderben schmieden.
37 Du wirst dem Feuer zum Fraß gegeben werden, dein Blut wird mitten im Land sein; an dich wird nicht mehr gedacht werden. Denn ich, der HERR, habe geredet.
1 w. lass deine Worte herabfließen, o. lass die Rede strömen
2 hebr. Negev; d. i. die übliche Bezeichnung für den Süden Palästinas
3 w. lass deine Worte herabfließen, o. lass die Rede strömen
4 o. den Gottlosen
5 o. den Gottlosen
6 w. Wegen der Nachricht, weil sie kommt
7 w. ist der Ausspruch des Herrn, HERRN
8 o. Oder sollen wir uns freuen? Die für meinen Sohn bestimmte Rute verachtet jedes andere Holz.
9 o. die Rute; vgl. Anm. zu V. 15
10 So konnte der Text vor der Festlegung durch die Masoreten verstanden werden; Mas. T. lautet jetzt: Und warum - wenn sogar das verachtende Zepter nicht sein wird?
11 w. ist der Ausspruch des Herrn, HERRN
12 so mit Vulg.; Mas. T.: da verdoppelt sich das Schwert, und zwar sein Drittel
13 so mit anderer Wortabtrennung bei zwei Wörtern. Mas. T.: ein Schwert des erschlagenen Gewaltigen
14 o. das sie umkreist
15 so in Anlehnung an LXX und Vulg.; Mas. T.: und es die Anstöße zahlreich mache
16 so mit LXX; die Bedeutung des im Mas. T. stehenden Wortes ist unbekannt
17 T.; Mas. T.: verhüllt; nach anderen: gezückt
18 so mit LXX und Vulg.; Mas. T.: Sammle dich, wende dich nach rechts, lass legen, wende dich nach links
19 w. rode
20 Andere nehmen als ursprünglichen Text an: Und je einen Wegweiser sollst du am Anfang eines jeden Weges anbringen - damit das Schwert komme -: "Rabba der Söhne Ammon" und "Juda, das nur noch in Jerusalem befestigt ist".
21 so mit LXX; Mas. T.: mit Mord
22 d. i. in den Augen der Jerusalemer
23 w. Eide der Eide
24 w. genannt worden seid; möglich ist auch: weil eure Sünden von euch genannt worden sind
25 T.; Mas. T.: Und du, entweihter Gottloser
26 w. der Strafe des Endes, o. der Schuld des Endes; das hieße dann: der Schuld, die das Ende herbeiführt
27 w. Dies bleibt nicht dies
28 d. i. Jerusalem; vgl. V. 27
29 o. Auch das geschieht nicht, bis der kommt
30 o. dem das Gericht zusteht
31 d. i. das Schwert
32 w. der Strafe des Endes, o. der Schuld des Endes; das hieße dann: der Schuld, die das Ende herbeiführt
33 w. viehischer
© 2016 ERF Medien