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Elberfelder Bibel

Psalmgebet des Propheten

1 Gebet des Propheten Habakuk nach Schigjonot1.
2 HERR, ich habe deine Botschaft vernommen. Ich habe, HERR, dein Werk gesehen2. Inmitten der Jahre verwirkliche es3, inmitten der Jahre mache es offenbar! Im Zorn gedenke des Erbarmens!
3 Gott kommt von Teman her und der Heilige vom Gebirge Paran. //4. Seine Hoheit bedeckt den Himmel, und sein Ruhm erfüllt die Erde.
4 Da entsteht ein Glanz, dem Licht der Sonne gleich, Strahlen ihm zur Seite5, und in ihnen verbirgt sich seine Macht6.
5 Vor ihm her geht die Pest, und die Seuche zieht aus in seinem Gefolge.
6 Er tritt auf und erschüttert die Erde, er schaut hin und lässt Nationen auffahren. Es bersten7 die ewigen Berge, es senken sich die ewigen Hügel. Das sind von jeher seine Bahnen
7 als Strafe für Unrecht. Ich sah die Zelte von Kuschan erzittern, die Zeltdecken8 des Landes Midian.
8 Entbrannte dein Zorn gegen die Ströme, HERR, gegen die Ströme, oder dein Grimm gegen das Meer, dass du einherfährst mit9 deinen Pferden, deinen siegreichen Kampfwagen?
9 Entblößt, entblößt ist dein Bogen, Pfeilflüche sind dein Reden10! //11. Zu Strömen spaltest du die Erde.
10 Bei deinem Anblick erbeben die Berge, Gewitterregen zieht heran, die Tiefe12 lässt ihre Stimme erschallen. Ihre Hände zu heben, vergisst
11 die Sonne. Der Mond steht still in seiner13 Wohnung. Als strahlendes Licht gehen deine Pfeile hin und her, als heller Schein der Blitz deines Speeres14.
12 Im Grimm durchschreitest du die Erde, im Zorn zerdrischst du Nationen.
13 Du bist ausgezogen zur Rettung deines Volkes, zur Rettung deines Gesalbten. Du hast den First herabgeschmettert vom Haus des Gottlosen, den Grund bis auf den Felsen bloßgelegt. //15.
14 Du hast ihm mit seinen eigenen Pfeilen den Kopf durchbohrt, seine Anführer sind davongerannt. Uns16 zu zerstreuen, war ihr Übermut gewesen, gleichsam zu verschlingen den Elenden im Versteck.
15 Du hast seine17 Pferde ins Meer getreten, in die Brandung gewaltiger Wasser.
16 Ich vernahm es, da erbebte mein Leib, bei dem Schall erzitterten meine Lippen, Fäulnis drang in meine Knochen, und unter mir bebte mein Schritt18. Jetzt will ich auf den Tag der Bedrängnis warten, dass er heraufkomme gegen das Volk, das uns angreift.
17 Denn der Feigenbaum blüht nicht19, und an den Reben ist kein Ertrag. Der Ölbaum versagt seine Leistung, und die Terrassengärten bringen keine Nahrung hervor. Die Schafe sind aus der Hürde verschwunden20, und kein Rind ist in den Ställen.
18 Ich aber, ich will in dem HERRN jubeln, will jauchzen über den Gott meines Heils.
19 Der HERR, der Herr, ist meine Kraft. Den Hirschen gleich macht er meine Füße, und über meine Höhen lässt er mich einherschreiten. Dem Vorsänger21, mit meinem Saitenspiel!
1 d. i. wahrscheinlich ein bewegtes Klagelied
2 so mit mehreren LXX-Handschr.; Mas. T.: gefürchtet
3 w. rufe es ins Leben
4 d. i. ein Pausenzeichen und bedeutet wohl "Zwischenspiel"; vgl. Anm. zu Ps 3,3
5 o. gleich, der von seiner (Gottes) Hand die Strahlen hat
6 w. und dort ist die Hülle seiner Macht
7 w. werden zerschmettert
8 so mit anderer Satzeinteilung. Nach der Zeichensetzung der Masoreten müsste V. 7 übersetzt werden: Unter der Last von Unrecht sah ich die Zelte von Kuschan, es zitterten die Zeltdecken
9 w. über
10 Andere üs. mit Textänderung: du hast mit Pfeilen deinen Köcher gesättigt
11 d. i. ein Pausenzeichen und bedeutet wohl "Zwischenspiel"; vgl. Anm. zu Ps 3,3
12 o. Flut
13 o. tritt in die
14 Andere üs.: Vor dem Licht deiner Pfeile vergehen sie, vor dem Glanz deines blitzenden Speeres.
15 d. i. ein Pausenzeichen und bedeutet wohl "Zwischenspiel"; vgl. Anm. zu Ps 3,3
16 T.; Mas. T.: Mich
17 T.; Mas. T.: deine
18 T.; Mas. T.: unter mir bebte ich, der (ich warten will auf den Tag der Bedrängnis)
19 Andere üs. mit Textänderung: bringt nicht Frucht
20 T.; Mas. T.: Und die Schafe hat er von der Hürde abgeschnitten
21 o. Zum Vorsingen
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