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Elberfelder Bibel

Davids Trauer um Absalom - Joabs Vorwürfe gegen David

1 Da schrak der König zusammen, und er stieg hinauf ins Obergemach des Torgebäudes und weinte. Und so rief er im Gehen: Mein Sohn Absalom! Mein Sohn, mein Sohn Absalom! Wäre ich doch an deiner Stelle gestorben! Absalom, mein Sohn, mein Sohn!
2 Und es wurde Joab berichtet: Siehe, der König weint und trauert um Absalom.
3 So wurde der Sieg an diesem Tag zur Trauer für das ganze Kriegsvolk, denn das Volk hatte an jenem Tag gehört: Der König grämt sich wegen seines Sohnes.
4 Da stahl sich das Kriegsvolk an jenem Tag davon, um in die Stadt zu kommen, wie sich Kriegsvolk davonstiehlt, das sich schämt, weil es im Kampf geflohen ist.
5 Und der König hatte sein Gesicht verhüllt, und der König schrie mit lauter Stimme: Mein Sohn Absalom! Absalom, mein Sohn, mein Sohn!
6 Da ging Joab zum König ins Haus hinein und sagte: Du hast heute das Gesicht all deiner Knechte schamrot gemacht, die heute dein Leben gerettet haben und das Leben deiner Söhne und deiner Töchter und das Leben deiner Frauen und das Leben deiner Nebenfrauen,
7 indem du liebst, die dich hassen, und hasst, die dich lieben. Denn du hast heute bekundet, dass dir Oberste und Knechte nichts sind. Ja, heute erkenne ich: Wenn Absalom am Leben wäre, wir alle heute aber tot, das wäre dann recht gewesen in deinen Augen!
8 Nun aber mache dich auf, geh hinaus und rede zum Herzen deiner Knechte! Denn bei dem HERRN schwöre ich dir: Wenn du nicht hinausgehst, dann wird diese Nacht nicht ein Mann bei dir bleiben! Und das wäre schlimmer für dich als all das Schlimme, das über dich gekommen ist von deiner Jugend an bis jetzt.

Davids Rückkehr

9 Da erhob sich der König und setzte sich ins Tor. Und man berichtete dem ganzen Kriegsvolk: Siehe, der König sitzt im Tor! Da kam das ganze Kriegsvolk vor den König. Israel aber war geflohen, jeder zu seinen Zelten.
10 Und das ganze Volk stritt sich in allen Stämmen Israels und sagte: Der König hat uns aus der Hand unserer Feinde befreit, und er hat uns gerettet aus der Hand der Philister. Und jetzt ist er vor Absalom aus dem Land geflohen.
11 Absalom aber, den wir über uns gesalbt hatten, ist im Kampf gestorben. Und nun, warum schweigt ihr, anstatt den König wieder zurückzuholen?
12 Und der König David sandte zu den Priestern Zadok und Abjatar und ließ ihnen sagen: Redet zu den Ältesten von Juda: Warum wollt ihr die Letzten sein, den König in sein Haus zurückzuholen, wo doch das Wort von ganz Israel bereits zum König in sein Haus gekommen ist?
13 Meine Brüder seid ihr, ihr seid mein Gebein und mein Fleisch! Und warum wollt ihr die Letzten sein, den König zurückzuholen?
14 Und zu Amasa sollt ihr sagen: Bist du nicht mein Gebein und mein Fleisch? So soll mir Gott tun und so hinzufügen, wenn du nicht alle Tage Heeroberster vor mir sein sollst an Joabs Stelle!
15 Und er neigte das Herz aller Männer von Juda wie das eines Mannes. Und sie sandten zum König: Kehre zurück, du und alle deine Knechte!
16 Da kehrte der König zurück und kam bis an den Jordan, während Juda nach Gilgal gekommen war, um dem König entgegenzugehen und den König über den Jordan zu führen.

David begnadigt Schimi

17 Da eilte Schimi, der Sohn Geras, der Benjaminiter, der von Bahurim war, und kam mit den Männern von Juda herab dem König David entgegen:
18 Und tausend Mann aus Benjamin waren bei ihm, und Ziba, der Diener des Hauses Sauls, und seine fünfzehn Söhne und seine zwanzig Knechte mit ihm. Und sie waren, bevor der König kam, durch den Jordan gewatet1
19 und versahen den Dienst2, das Haus des Königs hinüberzugeleiten und zu tun, was gut war in seinen Augen. Und Schimi, der Sohn des Gera, fiel vor dem König nieder, als der den Jordan überschreiten wollte.
20 Und er sagte zum König: Mein Herr wolle mir die Schuld nicht anrechnen, und du wollest nicht länger daran denken, was dein Knecht verkehrt gemacht hat an dem Tag, als mein Herr, der König, aus Jerusalem auszog, dass der König es zu Herzen nähme!
21 Denn dein Knecht hat erkannt: Ich habe gesündigt. Aber siehe, ich bin heute gekommen, als Erster vom ganzen Haus Josef, um hinabzuziehen, meinem Herrn, dem König, entgegen.
22 Da antwortete Abischai, der Sohn der Zeruja, und sagte: Sollte nicht Schimi dafür getötet werden, dass er dem Gesalbten des HERRN geflucht hat?
23 David aber sagte: Was habe ich mit euch zu tun, ihr Söhne der Zeruja, dass ihr mir heute zu Widersachern3 werden wollt? Sollte heute ein Mann in Israel getötet werden? Weiß ich denn nicht, dass ich heute König bin über Israel?
24 Und der König sagte zu Schimi: Du sollst nicht sterben! Und der König schwor ihm.

Davids Begegnung mit Mefi-Boschet

25 Und Mefi-Boschet, der Sohn Sauls, kam herab, dem König entgegen. Und er hatte seine Füße nicht gepflegt und seinen Bart nicht gepflegt und seine Kleider nicht gewaschen von dem Tag an, als der König weggegangen war, bis zu dem Tag, an dem er in Frieden zurückkommen würde.
26 Und es geschah, als er von Jerusalem dem König entgegenkam, da sagte der König zu ihm: Warum bist du nicht mit mir gezogen, Mefi-Boschet?
27 Er sagte: Mein Herr und König, mein Knecht hat mich betrogen! Denn dein Knecht hatte gesagt: Ich will mir den Esel satteln lassen und darauf reiten und mit dem König ziehen! - denn dein Knecht ist lahm.
28 Er aber ist als Verleumder gegen deinen Knecht zu meinem Herrn, dem König, gelaufen. Doch mein Herr, der König, ist wie der Engel Gottes. So tu, was gut ist in deinen Augen!
29 Denn das ganze Haus meines Vaters - das waren nichts als Männer des Todes vor meinem Herrn, dem König. Du aber hast deinen Knecht unter die gesetzt, die an deinem Tisch essen. Was für ein Recht4 habe ich da noch und welchen Anspruch, noch zum König zu schreien?
30 Da sagte der König zu ihm: Wozu redest du noch von deinen Angelegenheiten? Ich sage: Du und Ziba, ihr sollt das Feld teilen!
31 Mefi-Boschet sagte zum König: Er mag auch das Ganze nehmen, nachdem mein Herr, der König, in Frieden in sein Haus gekommen ist!

Davids Begegnung mit Barsillai

32 Und Barsillai, der Gileaditer, kam von Roglim herab und ging mit dem König über den Jordan, um ihn am Jordan entlang zu geleiten5.
33 Barsillai war aber sehr alt, ein Mann von achtzig Jahren. Er war es, der den König versorgt hatte, als der sich in Mahanajim aufgehalten hatte, denn er war ein sehr reicher Mann.
34 Und der König sagte zu Barsillai: Du, geh mit mir hinüber, ich will dich bei mir in Jerusalem versorgen!
35 Doch Barsillai sagte zum König: Wie viel sind noch die Tage meiner Lebensjahre, dass ich mit dem König nach Jerusalem hinaufziehen sollte?
36 Achtzig Jahre bin ich heute alt. Kann ich da noch zwischen Gutem und Bösem unterscheiden6? Oder kann dein Knecht schmecken, was ich esse und was ich trinke? Oder kann ich noch auf die Stimme der Sänger und der Sängerinnen hören? Wozu sollte dein Knecht meinem Herrn, dem König, noch zur Last fallen?
37 Kurz nur7 kann dein Knecht mit dem König über den Jordan gehen. Und warum will der König mir diese große Vergeltung erweisen?
38 Lass doch deinen Knecht zurückkehren, dass ich in meiner Stadt sterbe, beim Grab meines Vaters und meiner Mutter. Aber siehe, hier ist dein Knecht Kimham! Der mag mit meinem Herrn, dem König, hinübergehen. Und tu ihm, was gut ist in deinen Augen!
39 Da sagte der König: Kimham soll mit mir hinübergehen, und ich will ihm tun, was gut ist in deinen Augen. Und alles, was du von mir begehrst8, will ich für dich tun!
40 Und alles Volk ging über den Jordan, und auch der König ging hinüber. Und der König küsste Barsillai und segnete ihn; und der kehrte an seinen Heimatort zurück.
41 Und der König ging weiter nach Gilgal, und Kimham ging mit ihm hinüber. Und das ganze Volk von Juda und auch die Hälfte des Volkes von Israel führte den König hinüber.

Eifersucht von Juda und Israel auf David

42 Und siehe, alle Männer von Israel kamen zum König und sagten zum König: Warum haben unsere Brüder, die Männer von Juda, dich gestohlen und den König und sein Haus und alle Männer Davids mit ihm über den Jordan geführt?
43 Da antworteten alle Männer9 von Juda den Männern von Israel: Weil der König mir nähersteht! Warum bist du denn über diese Sache erzürnt? Haben wir vom König etwa irgendetwas aufgegessen, oder hat er uns irgendein Geschenk gemacht?
44 Aber die Männer10 von Israel antworteten den Männern11 von Juda und sagten: Ich habe zehn Anteile am König, und auch an David habe ich mehr Anrecht als du. Warum hast du mich verachtet? Ist nicht auch mein Wort das Erste gewesen, meinen König zurückzuholen? Aber das Wort der Männer12 von Juda war härter als das Wort der Männer13 von Israel.
1 w. gedrungen
2 so mit LXX; Mas. T.: und der Übergang ging hinüber
3 hebr. satan. - Das Wort steht im Hebr. in der Einzahl.
4 w. Was für eine Gerechtigkeit
5 o. am Jordan zu verabschieden; w. wegzuschicken
6 o. Kann ich da noch Gutes und Böses erkennen
7 w. Wie kurz nur
8 w. was du dir zu meinen Lasten auswählst
9 Im Hebr. steht die Einzahl.
10 Im Hebr. steht die Einzahl.
11 Im Hebr. steht die Einzahl.
12 Im Hebr. steht die Einzahl.
13 Im Hebr. steht die Einzahl.
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