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Elberfelder Bibel

Joschafats Bündnis mit Ahab - Gemeinsamer Krieg gegen die Aramäer - Joschafats Rettung und Ahabs Tod - Strafrede gegen Joschafat

1 So hatte Joschafat Reichtum und Ehre in Fülle. Und er verschwägerte sich mit Ahab.
2 Und nach Verlauf von einigen Jahren zog er zu Ahab nach Samaria hinab. Und Ahab schlachtete für ihn und für das Volk, das bei ihm war, Schafe und Rinder in Menge. Und er verleitete ihn, gegen Ramot in Gilead hinaufzuziehen.
3 Und Ahab, der König von Israel, sagte zu Joschafat, dem König von Juda: Willst du mit mir nach Ramot in Gilead ziehen? Und er sprach zu ihm: Ich bin wie du, und mein Volk ist wie dein Volk. Ich ziehe mit dir in den Kampf.
4 Und Joschafat sagte zum König von Israel: Befrage doch heute1 das Wort des HERRN!
5 Da versammelte der König von Israel die Propheten, vierhundert Mann, und er sagte zu ihnen: Sollen wir gegen Ramot in Gilead in den Kampf ziehen, oder soll ich es lassen? Sie sagten: Zieh hinauf, und Gott wird es in die Hand des Königs geben!
6 Aber Joschafat sagte: Ist hier kein Prophet des HERRN mehr, dass wir durch ihn den HERRN befragen?
7 Da sagte der König von Israel zu Joschafat: Einen Mann gibt es noch, durch den man den HERRN befragen könnte, aber ich hasse ihn, denn er weissagt nichts Gutes über mich, sondern immer nur Böses. Es ist Micha, der Sohn des Jimla. Joschafat aber sagte: Der König spreche nicht so!
8 Da rief der König von Israel einen Hofbeamten2 und sagte: Hol schnell Micha, den Sohn des Jimla!
9 Und der König von Israel und Joschafat, der König von Juda, saßen jeder auf seinem Thron, bekleidet mit königlichen Gewändern, und sie saßen auf einem freien Platz am Toreingang von Samaria. Und alle Propheten weissagten vor ihnen.
10 Und Zedekia, der Sohn des Kenaana, machte sich eiserne Hörner und sagte: So spricht der HERR: Mit denen wirst du die Aramäer niederstoßen, bis du sie vernichtet hast.
11 Ebenso weissagten alle Propheten, indem sie sagten: Zieh hinauf nach Ramot in Gilead und führe Israel zum Sieg! Der HERR wird es in die Hand des Königs geben.
12 Der Bote aber, der hingegangen war, Micha zu rufen, redete zu ihm und sagte: Siehe, die Worte der Propheten sind einstimmig3 gut für den König. Lass doch dein Wort sein wie das Wort eines von ihnen und rede Gutes!
13 Micha aber sagte: So wahr der HERR lebt, nur was mein Gott mir sagen wird, das werde ich reden!
14 Und als er zum König kam, sagte der König zu ihm: Micha, sollen wir nach Ramot in Gilead in den Kampf ziehen, oder soll ich es lassen? Da sagte er: Zieht hinauf und führt Israel zum Sieg! Und sie werden in eure Hand gegeben werden.
15 Der König aber sagte zu ihm: Wievielmal muss ich dich beschwören, dass du im Namen des HERRN nichts zu mir redest als nur Wahrheit?
16 Da sagte er: Ich sah ganz Israel auf den Bergen zerstreut wie Schafe, die keinen Hirten haben. Und der HERR sprach: Diese haben keinen Herrn. Sie sollen in Frieden zurückkehren, jeder in sein Haus!
17 Da sagte der König von Israel zu Joschafat: Habe ich dir nicht gesagt, er weissagt nichts Gutes über mich, sondern nur Böses?
18 Und Micha4 sprach: Darum hört das Wort des HERRN: Ich sah den HERRN auf seinem Thron sitzen und das ganze Heer des Himmels zu seiner Rechten und zu seiner Linken stehen.
19 Und der HERR sprach: Wer will Ahab, den König von Israel, betören, dass er hinaufzieht und bei Ramot in Gilead fällt? Und der eine sagte dies, und der andere sagte das.
20 Da trat der Geist hervor und stellte sich vor den HERRN und sagte: Ich will ihn betören. Und der HERR sprach zu ihm: Womit?
21 Da sagte er: Ich will ausgehen und will ein Lügengeist sein im Mund aller seiner Propheten. Und er sprach: Du sollst ihn betören und wirst es auch können. Geh aus und mach es so!
22 Und nun, siehe, der HERR hat einen Lügengeist in den Mund dieser deiner Propheten gegeben, denn der HERR hat Unheil über dich geredet.
23 Da trat Zedekia, der Sohn des Kenaana, heran und schlug Micha auf die Backe und sagte: Auf welchem Weg ist denn der Geist des HERRN von mir gewichen, um mit dir zu reden?
24 Micha sagte: Siehe, du wirst es an jenem Tag sehen, wenn du von Zimmer zu Zimmer flüchtest5, um dich zu verstecken.
25 Da sagte der König von Israel: Nehmt Micha und führt ihn zurück zu Amon, dem Obersten der Stadt, und zu Joasch, dem Sohn des Königs,
26 und sagt: So spricht der König: Setzt diesen ins Gefängnis und speist ihn mit Brot der Bedrängnis und mit Wasser der Bedrängnis6, bis ich in Frieden zurückkomme!
27 Micha aber sagte: Wenn du je in Frieden zurückkehrst, dann hat der HERR nicht durch mich geredet! Und er sprach: Hört es, ihr Völker alle!
28 Und der König von Israel und Joschafat, der König von Juda, zogen hinauf nach Ramot in Gilead.
29 Und der König von Israel sagte zu Joschafat: Ich will mich verkleiden und in den Kampf ziehen. Du aber lege deine königlichen Kleider an! So verkleidete sich der König von Israel, und sie zogen in den Kampf.
30 Der König von Aram hatte aber seinen Wagenführern befohlen: Ihr sollt weder gegen einen Geringen noch gegen einen Großen kämpfen, sondern gegen den König von Israel allein!
31 Und es geschah, als die Wagenführer Joschafat sahen, da sagten sie sich: Das ist der König von Israel! Und sie umringten ihn, um ihn anzugreifen7. Da schrie Joschafat um Hilfe. Und der HERR half ihm, und Gott lenkte sie von ihm ab8.
32 Und es geschah, als die Wagenführer sahen, dass nicht er der König von Israel war, da wandten sie sich von ihm ab.
33 Und ein Mann spannte den Bogen aufs Geratewohl9 und traf den König von Israel zwischen die Tragbänder des Panzers und den Panzer. Da sagte er zu seinem Wagenlenker: Wende um10 und bring mich aus der Schlacht11 heraus, denn ich bin schwer verwundet12!
34 Und der Kampf wurde heftig an jenem Tag, und der König von Israel blieb aufrecht stehen in dem Wagen angesichts der Aramäer bis zum Abend. Und er starb zur Zeit des Sonnenuntergangs.
1 o. zuerst
2 w. einen Eunuchen
3 w. mit einem Mund
4 w. er
5 w. kommst
6 s. Anm. zu 1Kö 22,27
7 w. um zu kämpfen
8 w. lockte sie von ihm fort
9 w. in seiner Arglosigkeit
10 w. Wende deine Hände
11 so mit LXX und Vulg.; Mas. T.: aus dem Lager
12 w. durch eine Verwundung entkräftet
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