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Elberfelder Bibel

Anweisungen für die Sklaven

1 Alle, die Sklaven unter dem Joch sind, sollen ihre eigenen Herren1 aller Ehre für würdig halten, damit nicht der Name Gottes und die Lehre verlästert werde.
2 Die aber, die gläubige Herren haben, sollen sie nicht gering achten, weil sie Brüder sind, sondern ihnen noch besser dienen, weil sie Gläubige2 und Geliebte sind, die sich des Wohltuns befleißigen3. Dies lehre und ermahne!

Nicht Streitsucht oder Geldliebe, sondern Glaubenskampf!

3 Wenn jemand anders lehrt und sich nicht zuwendet4 den gesunden Worten unseres Herrn Jesus Christus und der Lehre, die gemäß der Gottseligkeit5 ist,
4 so ist er aufgeblasen und weiß nichts, sondern ist krank an Streitfragen und Wortgezänken. Aus ihnen entstehen: Neid, Streit, Lästerungen, böse Verdächtigungen,
5 ständige Zänkereien von Menschen, die in der Gesinnung6 verdorben und der Wahrheit beraubt sind und meinen, die Gottseligkeit7 sei ein Mittel zum Gewinn8.
6 Die Gottseligkeit9 mit Genügsamkeit aber ist ein großer Gewinn;
7 denn wir haben nichts in die Welt hereingebracht, so dass wir auch nichts hinausbringen können.
8 Wenn wir aber Nahrung und Kleidung haben, so wollen wir uns daran genügen lassen.
9 Die aber reich werden wollen, fallen in Versuchung und Fallstrick und in viele unvernünftige und schädliche Begierden, welche die Menschen in Verderben und Untergang versenken.
10 Denn eine Wurzel alles Bösen ist die Geldliebe, nach der einige getrachtet haben und von dem Glauben abgeirrt sind und sich selbst mit vielen Schmerzen durchbohrt haben. -
11 Du aber, Mensch Gottes, fliehe diese Dinge; strebe aber nach Gerechtigkeit, Gottseligkeit10, Glauben, Liebe, Ausharren, Sanftmut!
12 Kämpfe den guten Kampf des Glaubens; ergreife das ewige Leben, zu dem du berufen worden bist und bekannt hast das gute Bekenntnis vor vielen Zeugen!
13 Ich gebiete dir vor Gott, der allem Leben gibt, und vor Christus Jesus, der vor Pontius Pilatus das gute Bekenntnis bezeugt hat,
14 dass du das Gebot unbefleckt, untadelig bewahrst bis zur Erscheinung unseres Herrn Jesus Christus!
15 Die wird zu seiner Zeit11 der selige12 und alleinige Machthaber zeigen, der König der Könige13 und Herr der Herren14,
16 der allein Unsterblichkeit hat und ein unzugängliches Licht bewohnt, den keiner der Menschen gesehen hat, auch nicht sehen kann. Dem sei Ehre und ewige Macht! Amen15.

Anweisungen im Hinblick auf die Reichen

17 Den Reichen in dem gegenwärtigen Zeitlauf16 gebiete, nicht hochmütig zu sein, noch auf die Ungewissheit des Reichtums Hoffnung zu setzen - sondern auf Gott, der uns alles reichlich darreicht zum Genuss -,
18 Gutes zu tun, reich zu sein in guten Werken, freigebig zu sein, mitteilsam,
19 indem sie sich selbst eine gute Grundlage auf die Zukunft sammeln, um das wirkliche Leben zu ergreifen.

Persönliche Warnung vor Irrlehren - Gruß

20 Timotheus, bewahre das anvertraute Gut, indem du die unheiligen leeren Reden und Einwände der fälschlich sogenannten Erkenntnis17 meidest,
21 zu der sich einige bekennen und von dem Glauben abgeirrt sind18! - Die Gnade sei mit euch19!
1 w. Gebieter (griech. Despoten); so auch V. 2
2 o. Treue
3 o. die die Wohltat des treuen Dienstes empfangen
4 w. und nicht beitritt
5 o. Gottesfurcht
6 o. im Denken
7 o. Gottesfurcht
8 Spätere Handschr. fügen hinzu: von solchen wende dich ab
9 o. Gottesfurcht
10 o. Gottesfurcht
11 w. zu seinen Zeitpunkten o. Zeitabschnitten (von Gott bestimmten)
12 o. glückselige
13 w. derer, die Könige sind
14 w. derer, die herrschen
15 Beteuerungsformel für die Wahrhaftigkeit des Gesagten; in den Evangelien am Anfang feierlicher Erklärungen Jesu mit "Wahrlich!" übersetzt; vgl. Offb 22,20
16 o. Zeitalter (griech. Äon)
17 Dies ist sehr wahrscheinlich ein Hinweis auf die Irrlehre der Gnosis (= Erkenntnis), deren Vertreter in urchristl. Zeit Eingang in die christl. Gemeinden suchten (vgl. Anm. zu Kap. 4,13). Die Gnosis machte den Versuch, Gott und die Welt denkend zu erklären.
18 o. hinsichtlich des Glaubens das Ziel verfehlt haben
19 Andere Handschr. lesen: mit dir
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