Schließen
BibleServer ist ein auf Spenden basiertes Projekt von ERF Medien. Bereits mit 25 € unterstützen Sie den Fortbestand dieser Website.
Jetzt spenden
Hilfe

Elberfelder Bibel

Das Gericht über Sodom und Gomorra - Rettung Lots

1 Und die beiden Engel kamen am Abend nach Sodom, als Lot gerade im Tor von Sodom saß. Und als Lot sie sah, stand er auf, ging ihnen entgegen und verneigte sich mit dem Gesicht zur Erde;
2 und er sprach: Ach, siehe, meine Herren! Kehrt doch ein in das Haus eures Knechtes, und übernachtet, und wascht eure Füße; morgen früh mögt ihr dann eures Weges ziehen! Aber sie sagten: Nein, sondern wir wollen auf dem Platz1 übernachten.
3 Als er jedoch sehr in sie drang, kehrten sie bei ihm ein und kamen in sein Haus. Und er machte ihnen ein Mahl, backte ungesäuertes Brot, und sie aßen.
4 Noch hatten sie sich nicht niedergelegt, da umringten die Männer der Stadt, die Männer von Sodom, das Haus, vom Knaben bis zum Greis, das ganze Volk von allen Enden2 der Stadt.
5 Und sie riefen nach Lot und sagten zu ihm: Wo sind die Männer, die diese Nacht zu dir gekommen sind? Führe sie zu uns heraus, dass wir sie erkennen!
6 Da trat Lot zu ihnen hinaus an den Eingang und schloss die Tür hinter sich zu;
7 und er sagte: Tut doch nichts Böses, meine Brüder!
8 Seht doch, ich habe zwei Töchter, die keinen Mann erkannt haben; die will ich zu euch herausbringen. Tut ihnen, wie es gut ist in euren Augen! Nur diesen Männern tut nichts, da sie nun einmal unter den Schatten meines Daches3 gekommen sind!
9 Aber sie sagten: Zurück da! Und sie sagten: Da ist einer allein gekommen, sich als Fremder hier aufzuhalten, und will sich schon als Richter aufspielen4! Nun, wir wollen dir Schlimmeres antun als jenen. Und sie drangen hart ein auf den Mann, auf Lot, und machten sich daran, die Tür aufzubrechen.
10 Da streckten die Männer ihre Hand aus und brachten Lot zu sich herein ins Haus; und die Tür verschlossen sie.
11 Die Männer aber, die am Eingang des Hauses waren, schlugen sie mit Blindheit, vom kleinsten bis zum größten, so dass sie sich vergeblich mühten5, den Eingang zu finden.
12 Und die Männer sagten zu Lot: Hast du hier noch jemanden? Einen Schwiegersohn und deine Söhne und deine Töchter oder einen, der sonst noch in der Stadt zu dir gehört? Führe sie hinaus6 aus diesem Ort!
13 Denn wir werden diesen Ort vernichten, weil das Geschrei über sie7 groß geworden ist vor dem HERRN; und der HERR hat uns gesandt, die Stadt8 zu vernichten.
14 Da ging Lot hinaus und redete zu seinen Schwiegersöhnen, die seine Töchter nehmen sollten, und sagte: Macht euch auf, geht aus diesem Ort! Denn der HERR wird die Stadt vernichten. Aber er war in den Augen seiner Schwiegersöhne wie einer, der Scherz treibt.
15 Und sobald die Morgenröte aufging, drängten die Engel Lot zur Eile und sagten: Mache dich auf, nimm deine Frau und deine beiden Töchter, die hier sind9, damit du nicht weggerafft wirst durch die Schuld10 der Stadt!
16 Als er aber zögerte, ergriffen die Männer seine Hand und die Hand seiner Frau und die Hand seiner beiden Töchter, weil der HERR ihn verschonen wollte, und führten ihn hinaus und ließen ihn außerhalb der Stadt.
17 Und es geschah, als sie sie ins Freie hinausgeführt hatten, da sprach er: Rette dich, es geht um dein Leben! Sieh nicht hinter dich, und bleib nicht stehen in der ganzen Ebene11 des Jordan; rette dich auf das Gebirge, damit du nicht weggerafft wirst!
18 Da sagte Lot zu ihnen: Ach, nein, Herr!
19 Siehe doch, dein Knecht hat Gunst gefunden in deinen Augen, und du hast deine Gnade, die du an mir erwiesen hast, groß gemacht, meine Seele am Leben zu erhalten. Aber ich kann mich nicht auf das Gebirge retten, es könnte das Unheil mich ereilen12, dass ich sterbe.
20 Siehe doch, diese Stadt da ist nahe, dahin zu fliehen, sie ist ja nur klein13; ich könnte mich doch dahin retten - ist sie nicht klein? -, damit meine Seele am Leben bleibt.
21 Da sprach er zu ihm: Siehe, auch darin habe ich Rücksicht auf dich genommen14, dass ich die Stadt nicht umkehre, von der du geredet hast.
22 Schnell, rette dich dorthin! Denn ich kann nichts tun, bis du dorthin gekommen bist. Daher nennt man die Stadt Zoar15.
23 Die Sonne ging über der Erde auf, als Lot nach Zoar kam.
24 Da ließ der HERR auf Sodom und auf Gomorra Schwefel und Feuer regnen von dem HERRN aus dem Himmel
25 und kehrte diese Städte um und die ganze Ebene16 des Jordan und alle Bewohner der Städte und das Gewächs des Erdbodens.
26 Aber seine Frau sah sich hinter ihm um; da wurde sie zu einer Salzsäule.
27 Und Abraham machte sich früh am Morgen auf an den Ort, wo er vor dem HERRN gestanden hatte.
28 Und er blickte hinab auf die Fläche von Sodom und Gomorra und auf die ganze Fläche des Landes in der Ebene17 des Jordan, und er sah: Und siehe, Rauch stieg vom Land auf, wie der Rauch eines Schmelzofens.
29 Und es geschah, als Gott die Städte der Ebene18 des Jordan vernichtete, da dachte Gott an Abraham und geleitete Lot mitten aus der Umkehrung, als er die Städte umkehrte, in denen Lot gewohnt hatte.

Lot und seine Töchter

30 Lot aber zog von Zoar hinauf und wohnte im Gebirge, er und seine beiden Töchter mit ihm; denn er fürchtete sich in Zoar zu wohnen. Und er wohnte in einer Höhle, er und seine beiden Töchter.
31 Und die Erstgeborene sprach zu der Jüngeren: Unser Vater ist alt, und es gibt keinen Mann im Land, der zu uns eingehen könnte nach der Weise aller Welt.
32 Komm, lass uns unserem Vater Wein zu trinken geben und bei ihm liegen, damit wir von unserem Vater Nachkommenschaft am Leben erhalten19!
33 Und sie gaben ihrem Vater in jener Nacht Wein zu trinken, und die Erstgeborene ging hinein und legte sich zu ihrem Vater; er aber merkte20 weder etwas von ihrem Niederlegen noch von ihrem Aufstehen.
34 Und es geschah am Morgen, da sprach die Erstgeborene zu der Jüngeren: Siehe, ich habe mich gestern Abend zu meinem Vater gelegt. Lass uns ihm auch diese Nacht Wein zu trinken geben, dann geh hinein, liege bei ihm, damit wir von unserem Vater Nachkommenschaft am Leben erhalten21!
35 Da gaben sie auch in dieser Nacht ihrem Vater Wein zu trinken, und die Jüngere stand auf und lag bei ihm; und er merkte22 weder etwas von ihrem Niederlegen noch von ihrem Aufstehen.
36 Und die beiden Töchter Lots wurden von ihrem Vater schwanger.
37 Und die Erstgeborene gebar einen Sohn, und sie gab ihm den Namen Moab23; der ist der Vater der Moabiter24 bis auf diesen Tag.
38 Und die Jüngere, auch sie gebar einen Sohn, und sie gab ihm den Namen Ben-Ammi25. Der ist der Vater der Söhne Ammon bis auf diesen Tag.
1 d. i. der Marktplatz am Stadttor
2 w. vom äußersten Ende
3 w. Gebälks
4 w. will richten, ja richten
5 w. dass sie müde wurden
6 o. Wen du hier noch hast - einen Schwiegersohn und Söhne und Töchter von dir und wer sonst in der Stadt zu dir gehören mag -, führe ihn hinaus
7 d. i. über die Einwohner
8 w. sie
9 w. die gefunden werden
10 o. in der Bestrafung
11 w. in der ganzen Umgebung, o. in dem ganzen Umkreis
12 w. sich an mich heften
13 w. gering an Einwohnerzahl
14 w. auch in dieser Sache habe ich dein Gesicht erhoben
15 d. h. gering, klein sein
16 w. die ganze Umgebung, o. den ganzen Umkreis
17 w. in der ganzen Umgebung, o. in dem ganzen Umkreis
18 w. Umgebung, o. des Umkreises
19 o. ins Leben rufen
20 o. erkannte
21 o. ins Leben rufen
22 o. erkannte
23 Moab klingt an hebr. mi-ab an; d. h. vom Vater
24 w. Vater Moabs
25 d. h. Sohn meines Blutsverwandten
© 2016 ERF Medien